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Dienstag, 9. November 2010

Die Geheimnisse des "Gelddruckens"


Prospect (Großbritannien), 20.10.2010

Bild zum ArtikelIn die Geheimnisse des "Gelddruckens" als Wirtschaftsförderungsprinzip weiht Faisal Islam ein. Zu den interessanteren Informationen des spannenden Artikelsgehört es allerdings, dass nicht nur der Laie, sondern auch die Experten eigentlich keine wirkliche Ahnung haben, was die Methode der von ihnen so genannten "Quantitativen Entlastung" (QE) tatsächlich auf den Märkten bewirkt. Es kommen Seltsamkeiten dazu wie die Tatsache, dass die Bank von England mit dem neu gedruckten Geld ihre eigenen Staatsschulden aufkaufte: "Der Mechanismus, mit dem die Bank von England Staatsschulden erwarb, war verwickelt, und zwar aus organisatorischen wie rechtlichen Gründen. Das Büro für Schuldenmanagement (Debt Management Office, DMO), ein Arm des Finanzministeriums, verkaufte Morgen für Morgen britische Staatsanleihen im Wert von vielen Milliarden an die internationalen Märkte. Und am Nachmittag kaufte, knapp 400 Meter weiter, die Bank in einer Rückwärtsauktion Milliarden ähnlicher Staatsschulden auf. Nach EU-Gesetzgebung wäre es verboten gewesen, dass das DMO und die Bank von England miteinander Handel treiben. Also trat der Londoner Finanzmarkt dazwischen und machte mehr als ein Jahr lang seinen Profit auf beiden Seiten dieses bizarren monetären Karussellwesens."