DIE RABENSCHWARZE SEITE

Samstag, 15. Mai 2010

Der erste Genießer: Curnonsky

Zum Ende seines Lebens sollte sich der falsche Prinz tatsächlich noch mit Rentenbescheiden und Ähnlichem herumschlagen müssen. Überflüssig zu sagen, dass das seine Sache nicht war. Er starb 1958, er war gerade auf Diät und fiel aus dem Fenster, bis heute spekuliert man, ob nicht ein
Ohnmachtsanfall dahintersteckte.

Wie dem auch sei: Seine Weisheiten haben den Mann überlebt. Gute Küche sei, so sagte er einmal, wenn die Dinge nach
dem schmeckten, was sie seien. Und vor allem: Mach es so einfach wie möglich.
Nichts anderes bläue ich meinen Auszubildenden mit immer unterschiedlichen Worten vom ersten Tag an ein. Ich sage dann: „Star in der Küche ist das Produkt“ und versuche, mit einem feinen Meersalz das Allerbeste aus einem geangelten Steinbutt herauszuholen. Und außerdem kenne ich viele Kollegen, die ihre Lebensaufgabe beispielsweise in einer perfekten Portion Spaghetti mit Tomatensoße gefunden haben. Sie werden
und werden nicht fertig damit. Tomaten, Knoblauch, Olivenöl, das reicht für
ein ganz langes Dasein. Gute Jungs wissen: Je einfacher es am Anfang aussieht, desto schwieriger wird es am Ende. Welch eine Einsicht, die uns dieser erste Restaurantkritiker der Welt da vermacht hat..."