DIE RABENSCHWARZE SEITE

Dienstag, 18. Mai 2010

Anarchie...

Anlässlich des Erscheinens von "Hammerstein" auf Englisch porträtiert Philip Oltermann im Guardian Hans Magnus Enzensberger, der ihm erzählt, wie es war, im Dritten Reich aufzuwachsen.


Er erinnert sich, wie sie zuhause 'heimlich BBC hörten, das Bettlaken über den Köpfen, so dass die Nachbarn nichts mitkriegten' und als die britischen Bomber im August 1944 die Stadt in Stücke zerlegten, empfand er das eher als Befreiung denn als Katastrophe: 'Man hat eine sehr kaltblütige Einstellung zu diesen Dingen, wenn man jung ist. Tote Menschen auf der Straße sind einfach eine Tatsache des Lebens. Ich war nicht besonders traumatisiert. Das Chaos der Nachkriegszeit war ziemlich erfreulich für einen 15-Jährigen. Es gab da eine anziehende Anarchie ... Keine Regierung, keine alten Autoritätspersonen, die einen anbrüllenkonnten ... wundervoll!"