DIE RABENSCHWARZE SEITE

Samstag, 6. März 2010

Echsendamen investieren in Töchter!

Es lässt einem immer wieder die Haare zu Berge stehen, wenn man liest, wie man in der Tierwelt vorgeht: Die Tiere wissen angeblich genau, welchen Geschlechtspartner sie warum auswählen. Die Echsendame überlegt z.B. nach Ansicht der Wissenschaftler, ob ihr derzeit ein großer oder ein kleiner Partner besser gefällt und ob dies für die gesamte Art gerade besser ist oder nicht.
Solches Gedankengut war in der Nazizeit auch populär: Der Staat gab die Richtlinien heraus, wie es mit der Fortpflanzung der Rasse weitergehen sollte.
Oder wählt inzwischen auch eine junge Frau ihren Partner danach aus, dass dem Volk ein besonders großer Segen daraus erwächst?

FORTPFLANZUNG

Größe des Vaters beeinflusst Geschlecht

Die Weibchen des Bahamas-Anolis (Anolis sagrei) haben eine ungewöhnliche Methode entwickelt, um die Überlebenschancen ihres Nachwuchses zu optimieren: Anhand der Größe des Männchens entscheiden sie, ob sie mehr männliche oder weibliche Junge bekommen wollen. Das haben nun Robert Cox und Ryan Calsbeek vom Dartmouth College in Hanover herausgefunden. Demnach überwiegen bei kleineren Vätern die Töchter und bei größeren die Söhne.

© Science/AAAS/Robert Cox
Bahamas-Anoli
Zu den Musterbeispielen der Evolution gehören die Anoli-Echsen der Karibik, die sich auf den Inseln in zahlreiche Arten aufgespaltet haben.
Die physischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind bei den Bahamas-Anolis stark ausgeprägt: Die Männchen sind bis zu 30 Prozent länger und 150 Prozent schwerer als die Weibchen. Im Unterschied zu anderen Echsen wird die Körpergröße des Vaters direkt auf den Sohn vererbt. Generell bevorzugen die Anolis-Weibchen große Männchen als Sexualpartner.

Cox und Calsbeek beobachteten acht Monate lang junge Echsen, die sie in ihrem natürlichen Lebensraum auf den Bahamas freiließen. Dabei sahen sie, dass Männchen mit großen Vätern eine wesentlich höhere Überlebenschance hatten. Bei den Weibchen spielte die Größe des Erzeugers dagegen keine Rolle. Bei kleineren Vätern ist es für eine Echsendame deshalb günstiger, in Töchter zu investieren.
Auf welche Weise sie das Geschlecht ihres Nachwuchses beeinflusst, wissen die Forscher allerdings noch nicht. (jvs)

Darüber sollten sie aber einmal nachdenken, dann würden sie das Absurde ihrer Überlegungen erkennen und die Wahrheit finden.