DIE RABENSCHWARZE SEITE

Dienstag, 30. März 2010

Das indische Kastensystem lebt noch:

Namit Arora bespricht die Erinnerungen des "Unberührbaren" Omprakash Valmiki. [...]

In den letzten zwei Absätzen nimmt er seine Kritiker vorweg: 'Bis heute bleibt die Kaste ein herausragender Faktor im sozialen Leben. So lange die Leute nicht wissen, dass du ein Dalit bist, läuft alles gut. In dem Augenblick, in dem sie über deine Kaste Bescheid wissen, ändert sich alles. Das Gemurmel schlitzt deine Adern wie ein Messer auf. Armut, Analphabetentum, gescheiterte Existenzen, der Schmerz, draußen vor der Tür zu stehen - was können die zivilisierten Savarna Hindus davon wissen? Warum ist meine Kaste meine einzige Identität? Viele Freunde weisen mich auf die Lautstärke und Arroganz meines Schreibens hin. Sie unterstellen mir, dass ich mich in einen engen Kreis eingeschlossen habe. Sie sagen, dass der literarische Ausdruck auf das Universelle zielen sollte. Ein Schriftsteller sollte sich nicht auf ein enges, begrenztes Lebensgebiet beschränken. Das heißt, wenn ich mich als Dalit auf meine Herkunft berufe und zu einer Haltung komme, die meiner Situation entspricht, dann gelte ich als arrogant. Denn in ihren Augen bin ich nur ein SC, einer, der draußen vor der Tür steht."