DIE RABENSCHWARZE SEITE

Mittwoch, 31. März 2010

„Man wird eher vom Küssen schwanger, als vom Zölibat pädophil“ Interview mit Hans-Ludwig Kröber

Also, wenn Der Spiegel mit 94 Tatverdächtigen in 15 Jahren kommt, dann ist das für jemanden der sich kriminologisch ein bisschen auskennt eine verblüffend geringe Zahl. Das hieße, dass das aktuelle Risiko des sexuellen Missbrauchs in Einrichtungen der katholischen Kirche noch viel geringer ist, als ich das zuerst vermutet hätte.

Sind sie selber eigentlich katholisch?
Nein. Ich bin von Haus aus ein militanter Lutheraner, allerdings nicht gottgläubig. Wenn ich in einer katholischen Messe bin, was selten genug passiert, kommt mir das immer noch ein wenig wie Hokuspokus vor.

Dienstag, 30. März 2010

Aus Kommunismus wird Nationalismus

Salon.eu.sk (Slowakei), 24.03.2010

Bild zum ArtikelSalon hat eine in der Gazeta Wyborcza veröffentlichte Rede Adam Michniks ins Englische übersetzt, in der er den Nationalismus als böse Hinterlassenschaft des Kommunismus in Osteuropa anprangert:


"Mit bitterem Zynismus meinte Cioran: 'Das Volk, wie es ist, befördert Despotismus. Es hält große Prüfungen aus, manchmal verlangt es sogar nach ihnen und dann rebelliert es gegen sie, nur um wieder neue, noch monströsere als die vorherigen zu suchen.' Zum Glück ist der Kommunismus ausgestorben. Aber er hat den Nationalismus zurückgelassen, der von Leuten praktiziert wird, die ein tierisches Vergnügen daraus ziehen, ihre Humanität zu verleugnen.


Er lebt in Form von Nostalgie, einer Phobie, einer antidemokratischen, antiliberalen, antieuropäischen und antiamerikanischen Ideologie. Menschen, die so denken, trifft man in allen politischen Eliten in allen postkommunistischen Ländern - von Bukarest und Moskau bis Berlin, von Warschau bis Prag, von Zagreb bis Belgrad. Nationalismus in der postkommunistischen Zeit kann viele Formen annehmen: die des nostalgischen Kommunisten Milosevic, des postsowjetischen Diktators Putin oder der postsowjetischen Antikommunisten Viktor Orban und Jaroslaw Kaczynski."

Politik- nur in Italien? oder überhaupt?

Le Monde (Frankreich), 27.03.2010

Berlusconi hat bei den Regionalwahlen überraschende Erfolge gefeiert, unter anderem in Süditalien (mehr dazu hier). Hatte der Journalist Roberto Saviano recht, als er letzte Woche in Le Monde eine internationale Kontrolle der Wahlen insbesondere in den von der Mafia kontrollierten Gebieten forderte? Allein in Kalabrien liefen gegen 35 der 50 Regionalpolitiker Ermittlungsverfahren oder sie seien schon verurteilt. Saviano, der seit seinem Buch über die Camorra unter Polizeischutz leben muss, rechnet in seinem Text mit der italienischen Politik gnadenlos ab.


"Man geht hier in Italien grundsätzlich davon aus, dass die Politik keine Richtung hat, keine Ideen, keine Konzepte. Deshalb erwarten und rufen die Leute nach etwas anderem... Sie hat keinerlei Glaubwürdigkeit mehr. Nichts als ein leeres Gehäuse, das man mit Worten füllen kann und mitunter selbst das nicht mehr.


Und so kommt es dazu, dass man vielleicht nicht mehr imstande ist, sie überhaupt zu nutzen. Wenn das aus der Politik wird, hat die Mafia schon gewonnen. Denn niemand schafft es, größere Sicherheiten zu bieten als sie: die eines Jobs, eines Einkommens, einer Wohnung."

Das indische Kastensystem lebt noch:

Namit Arora bespricht die Erinnerungen des "Unberührbaren" Omprakash Valmiki. [...]

In den letzten zwei Absätzen nimmt er seine Kritiker vorweg: 'Bis heute bleibt die Kaste ein herausragender Faktor im sozialen Leben. So lange die Leute nicht wissen, dass du ein Dalit bist, läuft alles gut. In dem Augenblick, in dem sie über deine Kaste Bescheid wissen, ändert sich alles. Das Gemurmel schlitzt deine Adern wie ein Messer auf. Armut, Analphabetentum, gescheiterte Existenzen, der Schmerz, draußen vor der Tür zu stehen - was können die zivilisierten Savarna Hindus davon wissen? Warum ist meine Kaste meine einzige Identität? Viele Freunde weisen mich auf die Lautstärke und Arroganz meines Schreibens hin. Sie unterstellen mir, dass ich mich in einen engen Kreis eingeschlossen habe. Sie sagen, dass der literarische Ausdruck auf das Universelle zielen sollte. Ein Schriftsteller sollte sich nicht auf ein enges, begrenztes Lebensgebiet beschränken. Das heißt, wenn ich mich als Dalit auf meine Herkunft berufe und zu einer Haltung komme, die meiner Situation entspricht, dann gelte ich als arrogant. Denn in ihren Augen bin ich nur ein SC, einer, der draußen vor der Tür steht."

Samstag, 27. März 2010

Die Schönheit des neuen Berliner Hauptbahnhofes

Es war kurz nach der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofes, als ich bei mir daheim eine Handvoll Persönlichkeiten des Berufs- und Straßenlebens mit gemischten Salznüssen verwöhnte. Durch das heimelige Knuspern in polemische Laune gebracht, äußerte ich die Auffassung, dieser Hauptbahnhof sei nichts als ein weiterer armseliger Glaskasten, ein mit vierzig Jahren Verspätung in die Tat umgesetzter Jacques-Tati-Alptraum, eine überdimensionierte Shopping-Mall, die auch in Cleveland/Ohio stehen könnte – die selbst in einem langen Architektenleben seltene Gelegenheit, für eine Millionenstadt einen repräsentativen neuen Bahnhof zu bauen, hätte Albert Speer sicherlich besser genutzt. Haben meine Gäste daraufhin entrüstet meine Wohnung verlassen und gesagt, sie würden erst wieder für weitere Gespräche zur Verfügung stehen, wenn ich mich bei Meinhard von Gerkan, dem Architekten des Berliner Hauptbahnhofes, entschuldigt hätte? Haben sie nicht. Sie widmeten sich unbekümmert meinem Nußsortiment und sagten: «Jaja, was du in gehobener Geselligkeitslaune eben immer für hübsche Dinge von dir gibst!»

Es reizt mich allerdings, mir vorzustellen, ich wäre zu dieser Zeit Bundesirgendwasminister gewesen und hätte als solcher an der Bahnhofseröffnung teilnehmen müssen. Gequält von den beispiellos öden Reden, die sich Vertreter des öffentlichen Lebens bei Anlässen wie diesem anhören müssen, hätte ich vielleicht einem ntv-Reporter das ins Mikrophon gebellt, was ich bei meinem Salznußabend sagte. Am nächsten Tag wäre ein unvorteilhaftes Foto von mir auf der «Bild-Zeitung» erschienen, direkt neben einem Konterfei von Adolf Hitler. Im Fernsehen wären Parlamentarier zu sehen gewesen, die sagten, meine Äußerungen seien ein Faustschlag ins Gesicht von Millionen von NS-Opfern und ihrer Angehörigen. Ich solle mich sofort entschuldigen – bei Herrn von Gerkan, bei Charlotte Knobloch und am besten gleich noch bei sämtlichen Leuten, die im Adressbuch von Charlotte Knobloch stehen.

An dieser Stelle hätte ich eventuell Unterstützung von einem umstrittenen Kunstprofessor bekommen, der mitteilte, in Künstler- und Intellektuellenkreisen in London oder New York, selbst in jüdischen, sei es schon lange kein gesellschaftlicher Selbstmord mehr, die Architektur des Dritten Reiches auch unter ästhetischen Gesichtspunkten zu betrachten. Diverse Popstars mit erweitertem Horizont hätten da Vorarbeit geleistet. Ein Professor, der solcherlei vorbrächte, würde natürlich ebenfalls für längere Zeit ein Dasein in der Sonderlingsecke fristen müssen, und man würde zu lesen bekommen, er habe mit seinen Äußerungen «für Empörung gesorgt». Man vergleiche die Formulierung «für Empörung sorgen» mit «für das leibliche Wohl sorgen» und «für Unterhaltung sorgen». Empörung scheint für manche Leute ein ähnliches Grundbedürfnis zu sein wie Essen, Trinken und unterhaltende Darbietungen. Andrew Hammel aus Texas spricht den Deutschen, den privaten Deutschen zumindest, keinesfalls Gelassenheit, Witz und Sinn für Ironie ab, stört sich aber an der Anlaßgebundenheit des hiesigen Humorgeschehens sowie an der ständigen Bereitschaft, öffentliche Empörung zu zeigen, wenn es um unsere zwei, drei nationalen Reizthemen geht. Er schlägt vor, den Karneval abzuschaffen und zum Ausgleich Witz und Unverbiestertheit gleichmäßig über das Jahr zu verteilen und auch an offziellen Stellen einzuführen. Würde er solche Vorschläge nicht in einem Blog machen, sondern in der Presse, hieße es natürlich ganz schnell: «Todesstrafen-Cowboy will uns den Karneval verbieten! Er soll sich sofort entschuldigen!»

Ein Auszug aus Max Goldt, „Ein Buch namens Zimbo. Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird. Texte 2007-2008, einer von 2006, vier von 2009“
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Der Hund wird umarmt und der Topf weggeschmissen...

"Ich möchte mir erlauben (sagt der Autor; nicht ICH!), im Verlauf der folgenden Zeilen auf mein liebstes Netztagebuch hinzuweisen; es heißt «German Joys» und wird von einem Ausländer verfaßt, den es beruflich nach Düsseldorf verschlagen hat. Um was für eine Art von Ausländer es sich genau handelt, dazu später.

Was Expatriats über Deutsches zu sagen haben, ist im Prinzip immer interessant. Zwar lügen sie meist, aus Höflichkeit, und bisweilen sind sie auch dumm und kriegen nicht viel mit, aber einige sind klug und bemerken die richtigen Dinge. Vor kurzem war von einem pakistanischen Ethnologen zu lesen, der Deutschland zum Gegenstand seiner Forschung erkoren hat. Ihm ist z. B. aufgefallen, daß Deutsche einander oft knapp und wenig herzlich begrüßen, für die Verabschiedung dafür um so länger benötigen. Vom knappen Begrüßenausgenommen seien lediglich Hunde. Er berichtet von Hausbesuchen, in denen Frauen sich auf den Teppich knieten, um den Hund des Gastgebers zu umarmen und ausgiebig zu massieren. Hin und wieder würden diese Hundebegrüßungen in minutenlange Balgereien ausarten.

Man kann nun nicht sagen, daß der Ethnologe lediglich einen kuriosen Einzelfall beschrieben hat. Jeder, der einigermaßen umfängliche soziale Kontakte pflegt, wird ähnlichen häuslichen Szenen schon beigewohnt haben. Trotzdem ist es eine unbehagliche Vorstellung, daß der Wissenschaftler jetzt evtl. in pakistanischen Talkshows sitzt und verlauten läßt, Deutsche würden sich dadurch auszeichnen, daß sie sich mit Hunden auf der Auslegeware wälzten. Schließlich gibt es nur in elf Prozent der hiesigen Haushalte einen Hund. Die Bewohner der übrigen 89 Prozent haben sich allerdings fast ausnahmslos Duldsamkeit gegenüber den Hundehaltern auferlegt, und selbst diejenigen, die ausschweifende Hundebegrüßungen für befremdlich halten, üben, vermutlich aus Angst, angeschrien zu werden, niemals Kritik, sondern pflegen solche Vorkommnisse mit angestrengter Gnädigkeit zu belächeln. Das Gewälze mit Hunden, mehr von Frauen als von Männern ausgeübt, erklärt sich zum Teil aus unseren «praktischen» Bekleidungsbräuchen: Deutsche Frauen tragen zumeist amerikanische Arbeiterhosen (Jeans) und modifizierte Männerunterhemden (T-Shirts), die zum handfesten Begrüßen von fettigen Tieren mehr einladen als zum Beispiel ein Dior-Kostüm. Daß sich gar eine Pakistanerin in einem kunstvoll gewickelten Sari auf dem Fußboden körperlichen Spielen mit einem Hund hingibt, ist völlig unvorstellbar. Wenn man es sich trotzdem vorstellt, sieht man nämlich eine ausgewickelte Dame, und es entspricht zwar europäischen Gepflogenheiten, sich ausgewickelte Damen vorzustellen, aber wahrscheinlich nicht traditionell pakistanischen.

Ziemlich schockiert war der Ethnologe übrigens über eine deutsche Bekannte, die er zum Abendessen in seine Wohnung einbestellt hatte – ob als Forschungsobjekt oder um sie auszuwickeln, ist diskreterweise nicht überliefert; man kann vermuten, daß sich bei einem Völkerforscher wissenschaftliche und private Interessen mitunter vermengen. Schockiert war er zunächst, weil die Dame ihren Hund zum Dinner mitbrachte, schließlich noch mehr, weil sie einen Topf mit Speiseresten unter den Tisch stellte, wo sich ihr haariger Begleiter geräuschvoll des Inhalts bemächtigte. Nachdem die Dame sich verabschiedet hatte, warf der Ethnologe den Topf in den Müll. Wir Deutschen sollten so freundlich sein zu hoffen, daß es kein allzu teurer Topf war."

Samstag, 13. März 2010

"Mein Lieblingsmoment bei der diesjährigen Oscar-Verleihung...

war... die Verleihung des Kurzfilm-Oscars. Da nämlich sprach ein junger schwarzer Regisseur seine Dankesworte ins Mikrofon, als eine ältere rothaarige Dame im lila Abendkleid auf die Bühne rauschte, ihm das Wort abschnitt und sagte:"Let's the woman talk." Kam mir irgendwie bekannt vor... Tatsache ist, dass es sich um die Produzentin handelte, die sich mit dem Regisseur beim Dreh so zerstritten hatte, dass sie vor Gericht landeten und seither kein Wort mehr miteinander gesprochen haben, also auch nicht ausmachen konnten, wer spricht, falls sie tatsächlich gewinnen.

Ihre Verspätung auf der Bühne erklärte die Produzentin damit, dass die Mutter des Regisseurs versucht habe, ihr mit ihrem Gehstock den Weg zu blockieren...."

(FAZ, Michael Althen)

Mittwoch, 10. März 2010

Einen aus einer Milliarde ausfindig machen...

Im Magazine erzählt uns Tom Downey was über Chinas Cybertrupps und ihre human-flesh search. Das bedeutet nicht Suche nach Menschenfleisch, sondern Suche durch Menschenfleisch. Und das funktioniert so: Eine Frau stellte in China ein Video online, auf dem sie mit spitzen Stilettos eine kleine Katze tot tritt. Darüber empörte sich die Netzgemeinde in einem großen Onlineforum derart, dass sie beschließt, gemeinsam die Mörderin ausfindig zu machen. "Ein Netizen namens Beacon Bridge No Return fand den ersten Hinweis im Katzenmörder-Fall. 'Es gab eine Credit-Information vor der Zerquetschung, www.crushworld.net', schrieb der Leser. Netizens verfolgten die Email-Adresse der Seite zurück zu einem Server in Hangzhou, einige Stunden von Schanghai entfernt. Ein nachfolgender Eintrag beschäftigte sich mit der Örtlichkeit im Video: 'Kennen Leser aus Hangzhou diesen Ort?' Anwohner berichtet, dass es in ihrer Stadt keinen solchen Ort gebe wie im Video gezeigt. Aber die Netizens rechercherierten weiter, überzeugt, dass sie die Person in einer Nation von über einer Milliarde Einwohnern finden würden. Und sie hatten recht. Die traditionellen Medien griffen die Geschichte auf und Menschen in ganz China sahen das Foto der Katzenmörderin im Fernsehen. 'Ich kenne diese Frau', schrieb I'm Not Desert Angel vier Tage später. 'Sie ist nicht aus Hangzhou. Sie lebt in meiner Kleinstadt in Nordosten Chinas. Himmel, sie ist eine Krankenschwester. Das ist alles, was ich sagen kann.'" Sechs Tage später waren Ort und Frau identifiziert, ihr Name, ihre Telefonnummer und ihr Arbeitgeber öffentlich gemacht und sie und ihr Kameramann gefeuert. "Der Katzenmörder-Fall hat nicht nur Rache gebracht; er hat die Suchmaschine aus Menschenfleisch in ein nationales Phänomen verwandelt." Mit Folgen, die Tom Downey detailliert beschreibt.

"Der Präsident lächelte!"

"....Daneben sind Auszüge aus den Erinnerungen Karskis zu lesen, der Roosevelt 1943 - erfolglos - über die Vernichtungslager informiert hatte und 1944 seine Erinnerungen veröffentlichte, die in Frankreich nun neu aufgelegt wurden (siehe hierzu auch einen Artikel im aktuellen Figaro): "Als ich den Präsidenten verließ, war er immer noch genauso frisch, erholt und lächelte wie zu Beginn des Gesprächs. Ich dagegen fühlte mich sehr müde."....

Samstag, 6. März 2010

Echsendamen investieren in Töchter!

Es lässt einem immer wieder die Haare zu Berge stehen, wenn man liest, wie man in der Tierwelt vorgeht: Die Tiere wissen angeblich genau, welchen Geschlechtspartner sie warum auswählen. Die Echsendame überlegt z.B. nach Ansicht der Wissenschaftler, ob ihr derzeit ein großer oder ein kleiner Partner besser gefällt und ob dies für die gesamte Art gerade besser ist oder nicht.
Solches Gedankengut war in der Nazizeit auch populär: Der Staat gab die Richtlinien heraus, wie es mit der Fortpflanzung der Rasse weitergehen sollte.
Oder wählt inzwischen auch eine junge Frau ihren Partner danach aus, dass dem Volk ein besonders großer Segen daraus erwächst?

FORTPFLANZUNG

Größe des Vaters beeinflusst Geschlecht

Die Weibchen des Bahamas-Anolis (Anolis sagrei) haben eine ungewöhnliche Methode entwickelt, um die Überlebenschancen ihres Nachwuchses zu optimieren: Anhand der Größe des Männchens entscheiden sie, ob sie mehr männliche oder weibliche Junge bekommen wollen. Das haben nun Robert Cox und Ryan Calsbeek vom Dartmouth College in Hanover herausgefunden. Demnach überwiegen bei kleineren Vätern die Töchter und bei größeren die Söhne.

© Science/AAAS/Robert Cox
Bahamas-Anoli
Zu den Musterbeispielen der Evolution gehören die Anoli-Echsen der Karibik, die sich auf den Inseln in zahlreiche Arten aufgespaltet haben.
Die physischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind bei den Bahamas-Anolis stark ausgeprägt: Die Männchen sind bis zu 30 Prozent länger und 150 Prozent schwerer als die Weibchen. Im Unterschied zu anderen Echsen wird die Körpergröße des Vaters direkt auf den Sohn vererbt. Generell bevorzugen die Anolis-Weibchen große Männchen als Sexualpartner.

Cox und Calsbeek beobachteten acht Monate lang junge Echsen, die sie in ihrem natürlichen Lebensraum auf den Bahamas freiließen. Dabei sahen sie, dass Männchen mit großen Vätern eine wesentlich höhere Überlebenschance hatten. Bei den Weibchen spielte die Größe des Erzeugers dagegen keine Rolle. Bei kleineren Vätern ist es für eine Echsendame deshalb günstiger, in Töchter zu investieren.
Auf welche Weise sie das Geschlecht ihres Nachwuchses beeinflusst, wissen die Forscher allerdings noch nicht. (jvs)

Darüber sollten sie aber einmal nachdenken, dann würden sie das Absurde ihrer Überlegungen erkennen und die Wahrheit finden.