DIE RABENSCHWARZE SEITE

Montag, 1. Februar 2010

Von Amts wegen peinlich

Als Hinrich Lührssen vor einiger Zeit in einer Satzung der Stadt Ibbenbüren auf den Begriff "nicht lebende Einfriedung" stieß, war die Idee zu einem Bestseller geboren. "Um diesen Begriff zu klären, war ich im Behördenhaus: Erst im Bauamt, dann im Grünflächenamt, im Straßenbauamt und in der Straßenverkehrsbehörde. Keiner konnte den Begriff übersetzen", sagt der 51-jährige Fernsehjournalist.


Erst der Leiter des Ibbenbürener Tiefbauamts konnte Lührssen nach einem Blick in die Akten aufklären: Eine "nicht lebende Einfriedung" ist ganz einfach ein Zaun. Bei der Gelegenheit lernte Lührssen auch gleich, dass es eine lebende Form der Einfriedung gibt: Die Hecke.

Eine Menge Peinliches, unnötig Unverständliches hat er für sein Nachschlagewerk zutage gefördert. So benutzen manche Behörden das Wort "Lautraum" für eine Diskothek.

Unter "Beelterung" sollte der Bürger die Vermittlung eines Kindes in eine Pflegefamilie verstehen, während die "Herkunftsmutter" die leibliche Mutter ist.

Eine "Lebensberechtigungsbescheinigung" gibt es nicht für Menschen, sondern es handelt sich um das Stammbuch bei Hundezüchtern.