DIE RABENSCHWARZE SEITE

Mittwoch, 17. Februar 2010

Freiheitskämpfer oder Terroristen

The New Statesman (Großbritannien), 12.02.2010

Bild zum ArtikelMit dem Titel "Alles, was Sie über den Islam wissen, ist falsch" will die linksliberale Zeitschrift dem Publikum die Angst vor dem Islam nehmen. Einer der Autoren ist der Reformprediger Tariq Ramadan, der sich die Fragestellt, was ein "gemäßigter Muslim" eigentlich sei, und zu dem Ergebnis kommt, dass schon der Begriff "irreführend" sei. Eines seiner Argumente: "Ich glaube, dass die Frage politischer Mäßigung oft subjektiv ist. Das afghanische Beispiel liegt auf der Hand: Dieselben Leute, die vor zwei Jahrzehnten als 'Freiheitskämpfer' gegen die sowjetischen Invasoren gefeiert wurden, beschreibt man heute als 'Terroristen' wenn sie sich der anglo-amerikanischen Besetzung ihres Landes widersetzen. Und jedermann wird natürlich terroristische Akte gegen Zivilisten in New York, Rabat, Bali, Amman, Madrid und London verurteilen, aber wie soll man die Widerstandbewegungen im Irak, in Afghanistan oder Palästina beschreiben, die gegen die von ihnen als illegal und illegetim verstandenen Besatzungen kämpfen?"