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Montag, 4. Januar 2010

Unterm Nordpol lagern Samen für die Ewigkeit

BOTANIK


(21)
19. November 2007, 09:43 Uhr

Arche Noah, zweiter Teil: Am Pol sollen drei Millionen Samen von Pflanzen bei minus 18 Grad eingelagert werden. Im Ernstfall liegt dann die Rettung der Flora in den unterirdischen Hallen. Zunächst muss der "Tresor" Schritt für Schritt heruntergekühlt werden.

Foto: AP

Arbeiter bereiten den Tunnel unterm ewigen Eis vor, in dem künftig Pflanzensamen "archiviert" werden sollen

Im ewigen Eis am Nordpol haben die Ingenieure dieser Tage mit der Kühlung begonnen. Auf minus 18 Grad Celsius sollen die unterirdischen Hallen heruntergebracht werden - kalt genug, um drei Millionen Pflanzensamen einzulagern. Vor einem Jahr setzte Norwegens Regierung die Arbeit in Gang: Sie ließ auf der Insel Svalbard mehrere Hallen ins Eis fräsen. Im eisigen Tresor "Zum jüngsten Gericht" sollen die Samen der wichtigsten Nutzpflanzen der Zivilisation archiviert werden - und im Ernstfall die weltweite Flora retten. Über 120 Meter erstreckt sich der jeweils fünf Meter breite und hohe Gang in den eiskalten Fels.

Zwei Monate lang, schätzen die Ingenieure, werde es dauern, bis die Hallen auf minus 18 Grad Celsius heruntergekühlt sind. Eine Klimaanlage soll die Temperatur halten. Fällt der Strom aus, sorgt der Permafrost für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. So gelagert, überleben die Pflanzen einen Nuklearschlag, Klimakatastrophen und Epidemien