DIE RABENSCHWARZE SEITE

Samstag, 30. Januar 2010

Mein-Hund-Barolo

Eine Frau, die sich im lauten Dialog mit ihrem Hund, einem kniehohen Mischling, durch die Hundezone hetzt: „Nein", keucht sie, „ich kann nicht so schnell. Geh langsamer!" Sie beschleunigt. Jetzt nimmt sie richtig Tempo auf. Der Hund freut sich. Er springt an ihr hoch und versucht, ihre Hand zu küssen. „Nein", ruft die Frau. „Nicht hüpfen." Sie gibt dem Hund einen Keks. Der Hund bellt, um sich zu bedanken.

„Nicht bellen", schreit die Frau und tätschelt dem Hund den Kopf. „Meine Güte, Jacky. Du bist der Nagel zu meinem Sarg." Dann verliere ich die beiden aus den Augen.Der „New Yorker"-Journalist Malcom Gladwell hat in seinem Buch „What the dog saw" eine beeindruckende Analyse darüber geschrieben, auf welche Kommunikationsformen problematische Hunde anspringen und warum. Vereinfachende Zusammenfassung des lesenswerten Kapitels: Es ist die Körperhaltung, meine Lieben. Nur eine entschlossene, leicht nach vorne orientierte Körperhaltung kann einen eigensinnigen Hund beeindrucken.Worte sind überflüssig, und falsche Worte sind ganz überflüssig.Dann gehe ich mit meinem Hund Barolo durch die Wiener Innenstadt spazieren. Es öffnet sich in zentraler Lage ein Tor, heraus schießt ein struppiger, verzogener Köter mit einem Mann an der Leine, einem Mann, der sich dagegen stemmen muss, dass sein Köter sich wie ein Lämmergeier auf meinen Hund Barolo stürzt, und wisst Ihr, was der Mann schreit? „Du musst keine Angst haben, Bobby", schreit er im Falsett. „Der tut dir nix."Nichts wie weg. Der Kerl befindet sich in Rückenlage.