DIE RABENSCHWARZE SEITE

Sonntag, 26. Dezember 2010

Man muss sich steigern, in jeder Hinsicht!

Wie war dein Tag, Schatz?
Von Georg M. Oswald

Jedes Jahr das Gleiche! Als würde pünktlich zu Weihnachten die Welt untergehen!“ Nick sah mit Sorge, wie die Stimmung in seinem Geschäftsbereich immer angespannter wurde. Immer häufiger hörte er nun den gequälten Aufschrei: „Muss das denn wirklich noch vor Weihnachten sein?“ Ja, es musste. Es war sogar unabdingbar. Es galt: Jetzt oder nie! Die weitaus meisten Mitarbeiter hatten das verstanden und kämpften mit größter Verbissenheit darum, es noch zu schaffen: Bestellungen, die eigentlich keine Chance mehr hatten, rechtzeitig zu kommen, wurden durch gutes Zureden, Telefonflirts, wilde Versprechungen doch noch möglich gemacht. Die entscheidende Präsentation, der Auftritt, von dem alle noch zu Beginn des neuen Jahres reden würden, mussten jetzt vorbereitet und zu Ende geführt werden.

Wichtig war bei all dem weniger die Konkurrenz außer Haus. Es waren die anderen Geschäftsbereiche, denen der scheele Seitenblick, die zusammengebissenen Zähne galten. Natürlich gab es Zahlen, die schon jetzt unbestechlich Auskunft darüber gaben, wer am Ende des Jahres die Nase vorn haben würde, aber Zahlen waren eben nicht alles. Es gab auch eine Form des Zusammenhalts, die darüber hinaus ging, und die zu demonstrieren vor allem den Zweck hatte, den anderen zu zeigen, was bei ihnen fehlte.

Früher hatte man sich an Weihnachten einfach zu einem Becher Glühwein zusammengesetzt und so das Jahr ausklingen lassen. Aber davon konnte heute längst keine Rede mehr sein. Gut, wer kundzutun beabsichtigte, seine Abteilung sei praktisch kurz vor dem Auseinanderbrechen, würde es sich mit einem Häuflein Verbliebener und ein paar Litern Tetrapack-„Glühzauber“ in der Teeküche bequem machen. Wem es nichts ausmachte, sich als Hauptakteur eines derart würdelosen Schauspiels zu präsentieren, konnte das tun. Wer aber vor hatte, zusammen mit seinen Leuten in diesem Unternehmen noch eine Rolle zu spielen, der musste auch bei der Weihnachtsfeier zeigen, wer die Nase vorn hatte.

Nick betrachtete im Spiegel seinen weißen Bart und das maßgeschneiderte Weihnachtsmannkostüm, das ihm wirklich unverschämt gut stand. Die Tüllröckchen für das Schneeflockenballett, das seine Mitarbeiterinnen aufführen wollten, konnten kaum besser aussehen. Die Bühnenshow, die neben einer Powerpoint-Präsentation auch Pyrotechnik zum Einsatz bringen würde, konnte getrost als Meilenstein in der Geschichte der Betriebsweihnachtsfeiern betrachtet werden. Nick war ganz sicher: Dafür war auch jenen, die sich jetzt noch beklagten, am Ende kein Preis zu hoch.

Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.12.2010 Seite C1

Diese "Wissenschaftler" meinen das wirklich ernst:

Der folgende Text ist wirklich kein Witz:

4.12.2010 - Biologie
Realitätscheck - durchgefallen

Keine Engel-Evolution: Flügelkonzept findet sich in der Natur nicht

Wissenschaftlich betrachtet haben Engel schlicht ein Paar Extremitäten zu viel: Es gibt unter den bisher bekannten Tieren keine Art, die Arme, Beine und zusätzliche Flügel besitzt. Das sagt Markus Unsöld von der Zoologischen Staatssammlung München. Der Grund dafür: Die Flügel der Wirbeltiere sind ursprünglich aus Vordergliedmaßen entstanden - die Evolution hat also das Grundkonzept der vier Extremitäten immer beibehalten. Engel, Feen, aber auch Fabelwesen wie Pegasus, Drachen oder anderes Getier mit zusätzlichen Flügeln auf dem Rücken sucht man deshalb in der realen Natur vergebens. Und selbst wenn sie existieren würden - mit ihren im Allgemeinen sehr klein dargestellten Flügeln könnten sie gar nicht abheben, zeigen Analysen des Biologen Roger Wotton vom University College in London.

Die Landwirbeltiere werden wissenschaftlich auch als Tetrapoda bezeichnet. "Schon dieser Name steht für ihren Bauplan", sagt Unsöld: Die griechische Bezeichnung bedeutet nämlich übersetzt Vierfüßer. Dieses Konzept ist uralt: Mit vier Füßen krochen schon die ersten, noch fischartigen Wesen aus dem Wasser, aus denen sich dann schließlich alle Landwirbeltiere bis hin zum Menschen entwickelten. "Diesen Grundbauplan hat die Evolution beibehalten und nur abgewandelt", sagt der Biologe.

Bei den Schlangen haben sich die Beine beispielsweise ganz zurückgebildet. Wale und Seekühe haben ihre Vordergliedmaßen dagegen in Flossen verwandelt und die Hinterextremitäten zu winzigen Überbleibseln reduziert. Bei den geflügelten Wirbeltieren entwickelten sich die vorderen Gliedmaßen schließlich zu Flügeln. Die Ersten, die sich damit in die Luft erhoben, waren Flugsaurier, ihnen folgten die Vögel und schließlich brachten auch noch die Säugetiere Flugkünstler hervor: die Fledertiere. "Wer sich den Knochenaufbau all dieser drei Tiergruppen betrachtet, kann immer noch das Grundkonzept der Vordergliedmaßen in ihren Flügeln erkennen", sagt Unsöld. "Ein anderes System, das zusätzliche Arme oder Beine ermöglicht, müsste einem komplett anderen Bauplan entsprechen." Solche Konzepte gibt es zwar, aber nur bei Lebewesen, denen Engel und Fabelwesen wohl kaum zuzuordnen sind: den geflügelten Insekten.

Auch Roger Wotton vom University College in London stellt den Fabelwesen kein gutes Zeugnis im Realitätscheck aus: Wenn sie wirklich existieren würden, könnten sie ihre massigen Körper mit den üblicherweise abgebildeten Flügelgrößen niemals in die Luft erheben, so das Ergebnis seiner Analysen von Darstellungen. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit hat er belegt, warum die himmlischen Boten fügellahm sein müssten: Zum Fliegen bräuchten sie enorme Spannweiten und gewaltige Brustmuskeln, resümiert der Biologe das Ergebnis seiner kuriosen Studie.

dadp/wissenschaft.de – Martin Vieweg

Dienstag, 21. Dezember 2010

Konsumenten schwärmen vom gesünderen Genuss


Kampf um die E-Zigarette

Elektroraucher bangen um den Nikotindampf

Sieht ihrer analogen Schwester zum Verwechseln ähnlich: Die E-Zigarette
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DPA
Sieht ihrer analogen Schwester zum Verwechseln ähnlich: Die E-Zigarette
Rauchen verboten, dampfen erlaubt? Die elektronische Zigarette verbrennt keinen Tabak, stattdessen verdunstet ein flüssiges Nikotinkonzentrat. 
Hersteller und Konsumenten schwärmen vom gesünderen Genuss (!)

oder einem neuen Weg zur Rauchentwöhnung - die EU erwägt dennoch ein Verbot.

Die Forscher hoffen auf neue Erkenntnisse zu den Ursprüngen menschlicher Sprache.


Gen-Mutation

Forscher züchten zwitschernde Mäuse

Nager mit besonderen Genen: Mäuschen zwitschert wie ein Vogel
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AFP/ Osaka University
Nager mit besonderen Genen: Mäuschen zwitschert wie ein Vogel
Sie piepsen nicht, sie zwitschern: Durch einen Zufall haben japanische Wissenschaftler Mäuse gezüchtet, die Geräusche machen wie Vögel. 

Die Forscher hoffen auf neue Erkenntnisse zu den Ursprüngen menschlicher Sprache.

Tokio - Die Zwitschermaus ist ein Zufallsprodukt. Sie entstand in einem Projekt, bei dem genetisch modifizierte Mäuse verwendet werden, die dazu neigen, ihr Erbgut falsch zu reproduzieren und damit zu mutieren. "Eigentlich hatte ich Mäuse mit veränderter äußerer Form erwartet", sagte der Projektleiter Arikuni Uchimura von der Universität Osaka. Doch eines Tages habe man unter den Neugeborenen eine zwitschernde Maus entdeckt.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Er solle aufhören, Fragen zu stellen....

Ed Vulliamy erinnert an den Fall der Wachovia Bank, ihren Kontrolleur Martin Woods und daran, dass Whistleblower meist dann als unverantwortlich diskreditiert werden, wenn sie richtig liegen: "2005 kam Woods zur Wachovia Bank. Er war zuständig für das Melden von Geldwäsche. Woods schlug erstmals während des Libanonkriegs 2006 offiziell Alarm, nach Berichten, dass Wachovia-Konten von derHisbollah benutzt wurden. Zu seiner Überraschung wurde er für seine Versuche, die verdächtigen Konten einzufrieren, gemaßregelt. Im Laufe des Jahres stieß er auf 'mehrere verdächtige Transaktionen' in Verbindung mit mexikanischen Wechselstuben. Eingezahlt wurden Reisechecks mit fortlaufenden Nummern über hohe Summen - höher, als eine unschuldige Person bräuchte - und ohne oder ohne hinreichende Identifizierung, dafür mit mit verdächtigen Unterschriften." Woods reichte einen Bericht ein und die Bank reagiert prompt: "Woods wurde, wie er sagt, 'von der Bank unter Druck gesetzt, sich zu verändern, ein besseres Verständnis von Mexiko zu entwickeln'. Er solle aufhören, Fragen zu stellen und suspekte Transaktionen zu stoppen."

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Mein schönster Weihnachtsbaum:

Eine Hanfpflanze als Weihnachtsbaum
Koblenz — Einen ungewöhnlichen Weihnachtsbaum haben Drogenfahnder im rheinland-pfälzischen Montabaur entdeckt: In einer Wohnung fanden sie eine mit Lichterkette geschmückte gut zwei Meter hohe Hanfpflanze in einem Christbaumständer, wie die Polizei Koblenz am Mittwoch mitteilte. Der Wohnungsinhaber, laut Polizei ein Alt-68er, gab an, den Baum weiter schmücken und Weihnachten auch die Geschenke darunter legen zu wollen.
Daraus wird nun allerdings nichts mehr, da die Beamten die Pflanze beschlagnahmten. Gegen den Mann wurde zudem ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil die Polizei auch rund 150 Gramm Marihuana bei ihm entdeckte.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Hink hatte Kutlturwissenschaften studiert...

Wie war dein Tag, Schatz?

Von Georg M. Oswald

Es war nicht leicht zu erklären, was Hink eigentlich gefehlt hatte. Was letztlich zu jenem unvermeidlichen und für ihn unrühmlichen Ende führte, das sich niemand gewünscht haben konnte. Denn darin waren sich alle einig, das, was Hink passiert war, konnte sich niemand gewünscht haben.

Dabei war er anfangs als einer der aussichtsreichsten Aspiranten erschienen in diesem hier im Unternehmen völlig neuartigen Trainee-Programm, in dem man, seit langem einmal wieder, Geisteswissenschaftler mit harten wirtschaftlichen Themen konfrontierte. Vor rund zehn Jahren hatte man schon einmal so ein Projekt gestartet, gegen den Willen einiger alter Hasen, die der Ansicht waren, so ein Schöngeist wäre niemals in der Lage, nüchtern und zielstrebig zu Arbeiten und dabei die Zahlen im Auge zu behalten.

Wessen Idee war es eigentlich gewesen, ausgerechnet diesen Hink ebendiesen alten Hasen zur Ausbildung zu überlassen? Schon auf den ersten Blick erkannte man, dass hier überhaupt nichts passte. Die alten Hasen waren alle eher stämmig, trugen graue einreihige Anzüge, die an ihnen keine Spur elegant erschienen, eher wie Kampfanzüge. Den obersten Kragenknopf trugen sie hinter dem breiten Krawattenknoten geöffnet. Hink hingegen, einen Kopf größer als sie, betonte seine Größe noch durch seinen Kreidestreifenanzug. Mit seinem zurückgekämmten schwarzen Haar, seiner schlanken Statur und seiner geraden Haltung hielt ihn jeder für den Chef der Abteilung, dabei war er noch nichteinmal Teil der Hierarchie und damit der Unterste von allen!

Fachlich machte sich Hink übrigens ausgezeichnet. Er war wissbegierig, hatte eine gute Auffassungsgabe, machte so gut wie keine Fehler, entwickelte schnell eigene Ideen, verlangte stets nach Arbeit. Aber bei alledem war zu beobachten oder meinten einige zu beobachten, dass es bei ihm da einen Vorbehalt gab. Er sagte nie etwas dergleichen, aber manch einer von den alten Hasen konnte sich auch nicht helfen und hatte so ganz im Hintergrund das Gefühl, Hink könnte sich für zu gut für diese Arbeit halten. Könnte sie für unbedeutenden Kleinkram halten. Pipifax.

Was hatte er studiert? Kulturwissenschaften? War das nicht ein anderer Ausdruck für Nichtstun? Nichtstun und dabei unverständliches Zeug reden? Na, man wollte nicht ungerecht sein. Vielleicht konnte er in seinem Fach ja noch was werden, aber es war gut, dass sein Vertrag hier nicht verlängert wurde. Wenn also hin wieder einmal die Rede darauf kam, warum es mit Hink nicht gutgegangen war, einigte man sich auf die Formulierung: Er hatte nicht den richtigen Stallgeruch.

Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.11.2010 Seite C1

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Böse, böse!

Sir Winston Churchill:

Einmal so brillant und geistreich sein wie etwa Winston Churchill, der für seine Schlagfertigkeit nahezu legendär war. Beispiel gefällig? Beim einem Zusammentreffen des britischen Premierministers mit der Parlamentsangehörgen Lady Astor sagte sie: „Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Tee mischen“. Sein Konter: „Wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich ihn trinken.“ Und als Bühnenautor George Bernhard Shaw ihn zur Premiere eines seiner Stücke mit den Worten einlud: „Bringen Sie einen Freund mit – wenn Sie noch einen haben“, schrieb Churchill: „Komme gerne zur zweiten Vorstellung – wenn es noch eine gibt.“

Dienstag, 30. November 2010

Heiler und Exorzist


Literaturen (Deutschland), 29.11.2010

Bild zum ArtikelAuf dem Titel, als wäre es die Weihnachtsausgabe desSpiegel: kein Geringerer als Jesus Christus. Im Gesprächdazu der Theologe Gerd Lüdemann, der den Herrn freilich gehörig herunterputzt. 95 Prozent der Jesusworte aus dem Neuen Testament hält er für Mumbo-Jumbo, die Judenfeindlichkeit der Evangelien kritisiert er und fasst seine für gläubige Christen etwas ernüchternde Botschaft so zusammen: "Alles spricht dafür, dass Jesus in erster Linie ein Heiler und Exorzist gewesen ist. Und das hängt miteinander zusammen, weil Krankheiten im Verständnis der Zeit nichts anderes waren als die Besessenheit von Dämonen. Beim ältesten in den Evangelien überlieferten Wunder handelt es sich um eine Dämonenaustreibung, und die allermeisten Theologen halten diese Exorzismen für historisch verbürgt. Dabei muss man nicht an Zauberei glauben. Ich gehe davon aus, dass Jesus ein psychosomatisches Einfühlungsvermögen gehabt hat, eine besondere heilerische Fähigkeit, die ihm und seinen Zeitgenossen als magische Eigenschaft erschienen ist."

Montag, 15. November 2010

No Comment

Blamage im neuseeländischen Parlament

Minister hält zwei Jahre alte Rede

Wellington (RPO). Ein neuseeländischer Minister hat im Parlament die zwei Jahre alte Rede eines Kollegen verlesen. Erst gegen Ende des Beitrags bemerkte er, dass ihm sein Mitarbeiter eine falsche Rede überreicht hatte.

Zehn Minuten lang redete Einwanderungsminister Jonathan Coleman am Dienstagabend (Ortszeit) über die Vorteile der Steuerpolitik der Regierung, während die Abgeordneten der oppositionellen Labour Partei verwundert zuhörten.

Erst nach dem Ende seinem Redebeitrag merkte Coleman, dass er eine Rede von Finanzminister Peter Dunne aus dem Jahr 2008 gehalten hatte, die ihm ein Mitarbeiter versehentlich in die Hand gedrückt hatte.
Coleman sagte nach der Blamage, er habe durchaus bemerkt, dass mit der Rede etwas nicht stimme. Er habe aber entschieden, die Sache durchzuziehen. Dunne, von dem die Rede stammte, gestand am Mittwoch ein, dass der Auftritt "kein gutes Bild" von Politikern abgebe. "Das hätte nicht passieren sollen und es wird nicht mehr passieren", fügte Dunne hinzu.


Samstag, 13. November 2010

Alice Cooper - Gruselrocker

"Showeinlagen mit Kunstblut, Galgen.

"Nach einer Viertelstunde ist in der Berliner Max-Schmeling-Halle das erste Opfer zu beklagen. Alice Cooper bringt einen maskierten Eindringling zur Strecke, mit dem Gehstock. Und weil Strafe sein muss, auch bei Selbstjustiz, verbringt der Sänger seinen nächsten Song in einer Zwangsjacke, danach wird er enthauptet. Früher fuhr die Guillotine zum Finale jedes Alice-Cooper-Gastspiels auf die Bühne. Heute ist die Hinrichtungsmaschine nur noch ein letales Requisit von vielen. Es gibt Giftspritzen und Galgen, um verwirkte Leben auszulöschen, Eiserne Jungfrauen und gehörnte Zyklopen. Jedem Tod folgt eine Wiederauferstehung, und das meint der 62-jährige persönlich aber auch gesamtgesellschaftlich."




Mein privates Leben ist total anders. Ich habe nie meine Frau betrogen, ich gehe jeden Sonntag in die Kirche, gebe manchmal Bibelstunden und spiele jeden Tag Golf."

Frau Brand hatte alles unter Kontrolle

Wie war dein Tag, Schatz?  FAZ 6.11.2010
Von Georg M. Oswald

Brands Büro war das erste im Flur. Es gab keinen anderen Weg aus der Abteilung hinaus und niemand kam ungesehen an Brand vorbei, wenn sie es nicht wollte, und zumeist wollte sie es nicht. Brand war unumschränkte Herrscherin – auch über die zwei Türen ihres Zimmers. Die eine ging zu ihrem Vorzimmer hinaus, die andere direkt zum Gang. Während es für die Mitarbeiter so gut wie aussichtslos war, über das Vorzimmer zu Brand zu gelangen, mussten sie jederzeit damit rechnen, dass plötzlich die Tür aufflog, wenn sie draußen vorbei gingen und Brand ihren Namen aussprach. Sie tat das immer mit einer ganz bestimmten, unheilverkündenden Intonation, die allen sofort anzeigte: Es war wieder so weit.

Brands besondere Leidenschaft bestand darin, Mitarbeiter vor anderen zusammenzustauchen. Sie suchte dabei niemals direkt die Öffentlichkeit. Hinrichtungen auf dem Dorfplatz waren nicht ihre Sache. Aber die quasi zufällige Halböffentlichkeit des Flurs war ideales Terrain. Niemand konnte ihr vorwerfen, sie habe Publikum oder auch nur vereinzelte Zuhörer gesucht, und doch kam es ihr vor, als verstärkten die angstvoll gespitzten Ohren hinter den angelehnten Türen jedes ihrer Worte. Auf diese Weise machte es ihr einfach zehnmal mehr Spaß, jemanden zu fragen „Wo ist eigentlich? Was haben Sie? Finden Sie nicht auch, dass? Was glauben Sie eigentlich? Könnten Sie mir mal erklären?“

Ihre Mitarbeiter fanden die Aussicht, jederzeit vor den anderen einen Kopf kürzer gemacht werden zu können, natürlich weniger begeisternd. Keiner hatte noch große Lust, an Brands Tür zum Flur vorbeizugehen, die genau in diesem Moment auffliegen konnte, und schon ging es los. Sie suchten nach anderen Lösungen, und sie gaben Brand Spitznamen. Baba Jaga hieß sie bei denen, die Mussorgski kannten, Thekla bei denen, die es eher mit der Biene Maja hielten.

Eines Abends saß Brand hinter ihrer Tür und lauschte. Es war schon nach sieben, und niemand war gegangen. Brand freute sich, sie hatte ihre Leute offensichtlich auf Linie gebracht. Als sie um acht und um neun aber immer noch niemanden hatte gehen hören, kam ihr die Sache komisch vor. Sie verließ ihr Büro und ging durch die Abteilung. Der ganze Flur, alle Zimmer waren leer. Kein einziger Mitarbeiter war an ihrem Büro vorbeigegangen und doch waren sie alle weg. Sie mussten entkommen sein, ohne dass sie es bemerkt hatte. Aber wie? Da entdeckte sie, hinter einem Winkel, der ihr noch nie aufgefallen war, eine Tür mit dem Aufkleber: „Ausgang nur im Notfall benutzen“. Jemand hatte das „Not“ mit Filzstift durchgestrichen und „Brand“ darüber geschrieben.

Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.11.2010 Seite C1

Dienstag, 9. November 2010

Die Geheimnisse des "Gelddruckens"


Prospect (Großbritannien), 20.10.2010

Bild zum ArtikelIn die Geheimnisse des "Gelddruckens" als Wirtschaftsförderungsprinzip weiht Faisal Islam ein. Zu den interessanteren Informationen des spannenden Artikelsgehört es allerdings, dass nicht nur der Laie, sondern auch die Experten eigentlich keine wirkliche Ahnung haben, was die Methode der von ihnen so genannten "Quantitativen Entlastung" (QE) tatsächlich auf den Märkten bewirkt. Es kommen Seltsamkeiten dazu wie die Tatsache, dass die Bank von England mit dem neu gedruckten Geld ihre eigenen Staatsschulden aufkaufte: "Der Mechanismus, mit dem die Bank von England Staatsschulden erwarb, war verwickelt, und zwar aus organisatorischen wie rechtlichen Gründen. Das Büro für Schuldenmanagement (Debt Management Office, DMO), ein Arm des Finanzministeriums, verkaufte Morgen für Morgen britische Staatsanleihen im Wert von vielen Milliarden an die internationalen Märkte. Und am Nachmittag kaufte, knapp 400 Meter weiter, die Bank in einer Rückwärtsauktion Milliarden ähnlicher Staatsschulden auf. Nach EU-Gesetzgebung wäre es verboten gewesen, dass das DMO und die Bank von England miteinander Handel treiben. Also trat der Londoner Finanzmarkt dazwischen und machte mehr als ein Jahr lang seinen Profit auf beiden Seiten dieses bizarren monetären Karussellwesens."

Samstag, 6. November 2010

Wie war dein Tag, Schatz?

Von Georg M. Oswald

Ping war ein Mann der schnellen Entschlüsse und der noch schnelleren Umsetzung dieser Entschlüsse. Jetzt ging es darum in einer Abteilung, die zwar effizient arbeitete, aus der man aber noch mehr herausholen wollte, die Schlagzahl zu erhöhen. Ping wurde geholt. Viele Troubleshooter, Problemlöser, Coaches und so weiter arbeiteten mit drei, mit fünf, mit sieben oder mit zehn goldenen Regeln, deren Beachtung zwangsläufig zum Erfolg führen musste. Ping kannte nur eine einzige Regel, und die hieß: Sofort reagieren!

Kam Ping in eine neue Abteilung, wo seine Hilfe gebraucht wurde, jagte er zuerst einmal eine knackige Motivationsmail durchs Netzwerk: natürlich eine mit rotem Rufzeichen und Lesebestätigungsanforderung. Einziger Text in der Betreffzeile: „Der frühe Vogel ...“ Wichtig war ihm nicht allein die Botschaft, sondern vor allem, nach welcher Reaktionszeit die Mitarbeiter die Bestätigungsmail zurückschickten, welche Mitarbeiter dies unterließen und welche vielleicht sogar aufgeweckt genug waren, zurückzuschreiben: „... fängt den Wurm!“

In einer Abteilung wie dieser, die als passabler Durchschnitt gelten konnte, erwartete er etwa 10 Prozent gewitzte Sofortreagierer, 30 Prozent, die zügig antworteten, 50 Prozent, die sich im Lauf des Tages meldeten, und 10 Prozent, die gar keine Antwort gaben. Er hatte schon erlebt, dass er in seinen Annahmen zu optimistisch gewesen war, doch mit einem so niederschmetternden Ergebnis wie diesmal war er bisher noch nie konfrontiert. Nicht einmal sein Assistent hatte es für nötig befunden, ihm zu antworten. Was war das? Eine Rebellion?

Ping beschloss, sich nichts anmerken, sich vor allem nicht aus der Reserve locken zu lassen. Offenbar hatte er es hier mit Verkrustungen zu tun, die weit ernster waren, als angenommen. Seltsam nur, dass sich die Mitarbeiter eigentlich ganz normal verhielten. Falls sie ihm gegenüber feindselig eingestellt waren, versteckten sie es gut. Ping schickte eine zweite Mail und eine dritte. Jedes Mal ein rotes Rufzeichen, eine Lesebestätigungsanforderung – und keine Reaktion.

Nach einigen Tagen hielt er es nicht mehr aus. Er musste ganz von vorne beginnen und von ganz unten. Er fragte seinen Assistenten, warum er auf seine Mails nicht geantwortet habe. Nach einer Weile kamen sie darauf, dass Ping sie mit einem roten Rufzeichen versehen hatte. „Dann ist alles klar“, sagte sein Assistent, „Ihre Mails sind alle im Spamfilter gelandet. Wurde von den Systemadministratoren so eingerichtet. Was mit rotem Rufzeichen kommt, ist sowieso meistens Schrott!“

Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.10.2010 Seite C1

Donnerstag, 4. November 2010

RTL: DAS MEDIUM

Der Fall Uwe Barschel: "Es war kein Selbstmord!"
01.11.2010
"Das Medium" Kim-Anne Jannes löst das Rätsel um Uwe Barschels Tod

Freya Barschel, die Witwe des verstorbenen CDU-Politikers Uwe Barschel, fragt sich seit 23 Jahren, wie und warum ihr Mann starb und was er wohl in den letzten Minuten seines Lebens gedacht und gefühlt haben mag. Sie trifft "Das Medium".

Freya Barschel bekommt endlich Gewissheit

"Es war kein Selbstmord!"


Freya Barschel bekommt endlich Antworten!
"Das Medium" Kim-Anne Jannes trifft Freya Barschel und versucht, Licht in den dunklen Fall zu bekommen. Sie beschreibt, was sich kurz vor dem Tod Uwe Barschels in seinem Zimmer 317 abgespielt hat, ob er dort allein war und wem seine letzten Gedanken galten.

Zudem liefert "Das Medium" die Antwort auf die alles entscheidende Frage: Hat Uwe Barschel sich selbst umgebracht? - Die Befürchtung der 66-jährigen Witwe wird nun endlich bestätigt: Nein, es war kein Selbstmord!

Mittwoch, 3. November 2010

Große Gehirne sparen weniger !

NZZ Folio (Schweiz), 01.11.2010
Bild zum ArtikelNZZ Folio inspiziert in seiner neuen Ausgabe das Gehirn. Mathias Plüss führt uns in die Grundlagen der Intelligenzforschung ein. Hirn macht erfolgreich, musikalisch und gesund, aber nicht glücklich, erfahren wir. Hirn hat sogar echte Nachteile: "Kurzsichtigkeit ist hier noch das geringste Übel, auch wenn das Klischee für einmal stimmt: Extrem hochbegabte Schüler tragen viermal so häufig eine Brille wie durchschnittliche. Weniger harmlos ist, dass intelligente Menschen offenbar nicht gut mit Geld umgehen können. Wer einen höheren IQ hat, hat zwar auch ein höheres Einkommen, aber nicht ein höheres Vermögen. Große Gehirne sparen weniger, gehen öfter pleite und überziehen ihre Kreditkarte häufiger."

Ulrich Bahnsen hat bei einer Umfrage unter Neurowissenschaftler gelernt, dass es mit dem Hirndoping noch nicht so richtig klappt, an der Wirkung von Modasomil, Donepezil oder Ritalin muss noch gefeilt werden, erklärt ihm Kognitionsforscher Ralph Schumacher von der ETH Zürich: "'Nach der Einnahme von Neuro-Enhancern fühlen sich die meisten leistungsstark und mächtig', sagt Schumacher. Bei Tests mit Studenten habe Ritalin jedoch geradezu desaströse Effekte gezeitigt: 'Sie werden sehr impulsiv und fahrig, beginnen mit dem Lösen von Aufgaben, bevor sie alle relevanten Informationen haben.' Am Ende seien ihre Leistungen schlechter als die der Placebogruppe gewesen. 'Ritalin', folgert der ETH-Forscher, 'führt bei gesunden Menschen nicht zu einer Leistungssteigerung, sondern zu Selbstüberschätzung.'"

Weiteres: Gary Wolf porträtiert den polnischen Entwickler Piotr Wozniak, der den idealen Moment sucht, um etwas, das man gelernt hat, zu repetieren: "Der richtige Zeitpunkt ist kurz bevor man den Stoff vergisst." Reto Schneider hat erfahren, dass wir mitunter einen Computer anlügen, um seine Gefühle nicht zu verletzen. Und Luca Turin erzählt, warum seine Vorstellungen von Personen manchmal noch prägender sind als seine tatsächlichen ersten Eindrücke.

Freitag, 29. Oktober 2010

Die größte Frechheit aus Stuttgart:

Beim eingesetzten Pfefferspray handelte es sich um Pfefferspray mit abgelaufenen Haltbarkeitsdatum.
(Eine Grüne beschwerte sich darüber bitterlich. Das wäre doch gesundheitsschädlich - wegen des abgelaufenen Haltbarkeitsdatums!)

Warum zum Teufel fanden die Demos nicht früher statt ??

Fremdwörter - "Krawatte" kommt von "Kroate"

Wie war dein Tag, Schatz?
Von Georg M. Oswald

Da sich Desch nun einmal nicht um alles selbst kümmern konnte, war ihm die Einstellung dieses Arndt tatsächlich entgangen. Wäre ihm der rechtzeitig aufgefallen, hätte der die Probezeit nicht überstanden, so viel stand fest. Jetzt aber hatten sie ihn im Laden.

Desch war ein echtes Urgestein, Lehre im Betrieb, Werkstudent, Ochsentour und jetzt im Vorstand. Wenn er für das Prinzip Hemdsärmel stand, stand sein Vorstandskollege Minz für das Prinzip Einstecktuch. Minz war es auch, der Arndt, diesen jungen Schnösel, ins Unternehmen geholt hatte. Nicht, dass er unfähig gewesen wäre, im Gegenteil, Minz war so angetan von ihm, dass er ihn regelmäßig für seinen Fachbereich vor dem Vorstand berichten ließ. Stets waren seine Vorträge preziöse kleine Kunststücke, die Minz entzückten und Desch vor Wut schnauben ließen. Und wieder einmal war es so weit, dass Arndt vor das Gremium trat, während Desch bereits gut geladen auf seinem Platz saß.

Arndt hob an: „Es wird die Members of the Board interessieren, meine ich ...“ Desch knurrte dazwischen: „Durch mehr Anglizismen wird Ihr Vortrag nicht besser, meine ich. Ich für meinen Teil bin jedenfalls ein ganz gewöhnlicher Vorstand.“ „Danke, Herr Desch“, fuhr Arndt fort. „Es muss stets unser Ziel sein, der Reputation unseres Hauses gerecht zu werden.“ „,Ruf‘ tut’s auch!“, bellte Desch. Arndt war kurz irritiert, dann wandte er sich direkt an Desch: „Der Zorn über die Fremdwörter erklärt sich zunächst aus dem Seelenzustand der Zornigen, denen irgendwelche Trauben zu hoch hängen. Wer Fremdwörter verwendet, sieht sich demgegenüber wohl als bevorrechtigter Traubenbesitzer, nicht?“

Desch kniff die Augen zu, fletschte die Zähne und rieb sich zwischen Daumen und Zeigefinger die Nasenwurzel.

„Wogegen man sich beim Fremdwort sträubt“, fuhr Arndt fort, „ist nicht zuletzt, dass es an den Tag bringt, wie es um alle Wörter steht: dass die Sprache die Sprechenden nochmals einsperrt.“

„Na klar, man kann nicht einfach so sagen, was Sache ist. Klingt ja alles so banal sonst ...“

„‚Banal‘, mein lieber Herr Desch, ist ja wohl auch ein Fremdwort.“

„Noch eines, und ich zerr’ Sie an Ihrer Krawatte hier raus!“

„Wussten Sie, dass in dem Wort ‚Krawatte‘ der ‚Kroate‘ steckt?“

Desch sprang auf und stürzte auf Arndt zu, der geistesgegenwärtig genug war, auszuweichen. Die Members of the Board konnten den dunkelrot verfärbten Desch nur einen kurzen Augenblick zurückhalten, bevor er sich befreite. Es ist nicht bekannt, ob der bereits im Flur befindliche Arndt währenddessen einen adäquaten Vorsprung herausholte.

Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.10.2010 Seite C1

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Rainer Langhans - 68er-Ikone will Schmerzensgeld von Schuh-Versand



Rainer Langhans fühlt sich durch einen Werbespot des Internet-Schuhhändlers Zalando verunglimpft. Der Alt-Hippie hat seinen Anwalt eingeschaltet.

Montag, 25. Oktober 2010


Die neue Verkü-hü-hündigung



Sonntag, 24. Oktober 2010

Mark Zuckerberg bekommt die Welt erklärt.

Sonntag, 24. Oktober 2010


It´s a long way down, isn´t it?



Samstag, 23. Oktober 2010

Eine „fragwürdige Hungerstory“

29. Juli 2008, 11:42  Anthroposophin lebt angeblich ohne Nahrung

















 



"Der Spiegel": Judith von Halle, eine Anhängerin Rudolf Steiners, soll Wundmale Jesu tragen
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„Fragwürdige Hungerstory“

„Der Spiegel“ äußert sich skeptisch über den Wahrheitsgehalt der Informationen: „Dass die Geschichte von der angeblich vierjährigen Nulldiät nicht wirklich glaubwürdig ist, scheint ihre Anhänger nicht zu kümmern. Bislang nicht revidiertem Forschungsstand zufolge endet der Verzicht auf Nahrung eigentlich stets tödlich. Warum also lebt Judith von Halle noch?“

Ihre „fragwürdige Hungerstory“ werde nicht einmal durch einen dramatischen Gewichtsverlust gestützt. Sie habe anfangs nur ein Kilo verloren, heißt es. Nach Ansicht christlicher Experten verbirgt sich hinter der Anthroposophie eine okkult-esoterische Lehre, die unbiblische Wurzeln hat und im Gegensatz zu den Grundwahrheiten des christlichen Glaubens steht....
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Ob der Rosenkranz - siehe links - wohl biblische Wurzeln hat?

Sonntag, 17. Oktober 2010

DAS PERFEKTE VERBRECHEN ?

Nach England...

Bed and Breakfast in Ireland

BED AND BREAKFAST

oder besser

BREAK AND  BED FIRST

The Hamburger Bed

oder besser

BREAD AND BACON FAST
or EGG AND BREAD FAST

Egg and Bacon Bread...


Auge um Auge, Hand um Hand

IranDieb wird Hand abgehackt

Samstag 16.10.2010, 19:37
Einem Dieb ist im Iran für seine Tat die Hand abgehackt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in einer Konditorei Schokolade und Kakao gestohlen hatte.
Der 21-Jährige soll wiederholt Raubüberfälle begangen haben. Weil er Widerstand gegen die Polizei geleistet und der Konditorei geschadet habe, müsse er zudem insgesamt ein Jahr in Haft, berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Samstag.
Nach islamischem Recht wird Dieben eine Hand amputiert. In den vergangenen Jahren nahm diese Bestrafung aufgrund wachsender Armut im Iran zu, obgleich der Justizausschuss-Vorsitzende des Parlaments 2009 angekündigt hatte, künftig auf solch besonders grausame Strafen wie Steinigung oder Handabhacken verzichten zu wollen. Erst in der vergangenen Woche war einem Mann in der Stadt Machhad wegen der Beteiligung an zwei Diebstählen eine Hand abgetrennt worden.






17.10.10, 00:24
Richtig so!
von bimbobino
Der Dieb kennt die Gesetze im Land. Er wird sicher kein Ersttaeter gewesen sein. Jetzt muss er mit den Konsequenzen leben. Sowas sollten wir bei uns auch einfuehren - aber ohne nachfolgender sozialer Haengematte wegen Berufunfaehigkeit. Man klaut ja auch nicht einfach.

Samstag, 16. Oktober 2010

Klettermeister


Dam

von bookofjoe von bookofjoe

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The dam is located
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on the Shoshone River
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in Cody, Wyoming.
[via Joe Peach]
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Oben-Ohne-Bikini

"Zum atemstockenden Staunen aller Anwesenden, vor Alt und Jung, vor den damals noch getrennt sitzenden Geschlechtern, vor Frau und Mann, vor Bub und Mädchen hob unser Stadtpfarrer im Jahr des Herren 1963 an, mit wuchtigem Pathos gegen den Oben-Ohne-Bikini zu predigen. Das Wort 'Oben-Ohne-Bikini', das sich in seinen drei Bestandteilen selbst widerspricht - denn ein Bikini ohne Oberteil kann eigentlich kein Bikini sein! -, ist längst im Strom der Zeit versunken. Aber damals schwamm es auf brisant hoher Welle, in der Schaumkrone medialer Aktualität."

Freitag, 1. Oktober 2010

Auge um Auge, Zahn um Zahn!

Ärzte wollen Verurteiltem kein Auge ausstechen

Ein Richter in Saudi-Arabien hat befohlen, einem jungen Mann ein Auge auszustechen. Doch der Verurteilte hatte Glück. Im Zentralspital seiner Heimatstadt Al-Gurajat im Nordwesten des Landes war kein Arzt bereit, ihm operativ ein Auge zu entfernen.


Laut einem Bericht der saudischen Zeitung "Okaz" vom Donnerstag erklärten die Mediziner, eine Beschädigung des Sehnervs könne weitere negative Folgen für den Gesundheitszustand des Verurteilten haben. Deswegen seien sie höchstens bereit, ihm auf einer Seite das Augenlicht zu nehmen, mit einem Laser.

Schliesslich schaltete sich der Gouverneur der Provinz Mekka, Prinz Chalid bin Faisal, ein. Auf sein Drängen hin verzichtete der Vater des Mannes, dem der Verurteilte bei einer Schlägerei auf der Strasse ein Auge zerstört hatte, auf die Vollstreckung des Urteils. Die Familie des Täters muss dem Geschädigten für sein Auge stattdessen eine Million Rial (rund 260'000 Franken) bezahlen.

Im islamischen Königreich Saudi-Arabien gilt in der Rechtsprechung der Grundsatz "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Doch manchmal werden die Urteile nicht vollstreckt, weil kein Arzt bereit ist, den Verurteilten zu verstümmeln.

Im vergangenen Monat hatte ein saudisches Gericht vergeblich nach einem Arzt gesucht, der einem Verurteilten die Wirbelsäule zerstört, nachdem er einen anderen Mann so verprügelt hatte, dass dieser gelähmt wurde. Der Islam kennt sowohl das Recht auf Vergeltung als auch die Möglichkeit, dem Täter zu vergeben. Die Praxis ist je nach Rechtsschule verschieden.

Mittwoch, 29. September 2010

Besser als verbrennen...


The New York Times (USA), 26.09.2010

Bild zum ArtikelIm New York Times Magazine schildert Elif Batuman den Streit um den Kafka-Nachlass, der in Max Brods Koffer 1968 in Tel Aviv gefunden wurde. Seit zwei Jahren verhandeln israelische Gerichte über die Frage, ob die Erbin Eva Hesse, die Tochter von Brods Sekretärin, den Inhalt verkaufen darf oder ob er in Israel bleiben muss. Der israelische Autor Etgar Keret, der mit Batuman sprach, nimmt es von der humorvollen Seite: "Wenn Brod sehen könnte, was jetzt passiert, wäre er 'entsetzt'. Kafka auf der anderen Seite, wäre vielleicht zufrieden. 


'Wenn man sein Zeug eigentlich verbrannt haben will, ist das Nächstbeste, es einem Mann zu geben, der es einer Frau gibt, die es ihrer Tochter gibt, die es in einem Appartement voller Katzen aufbewahrt, richtig?'"

Der Geist von Oscar


Der französische Filmregisseur Gaspard Noe hat für seinen Film "Enter the void" ganz schön was einstecken müssen. Andere Kritiker wieder halten der Film für ein Meisterwerk. Aus der Perspektive (point of view,POV) eines sterbenden Drogenhändlers fliegt Noes Kamera endlos über Tokio...

Im Interview erklärt Noe: "Einige hatten Angst, dass das Publikum nicht verstehen würde, dass der POV der Kamera der POV des Geistes von Oscar ist, obwohl ich dachte, das sei evident.



Es ist schon so oft erzählt worden, dass sich der Geist, wenn man stirbt, vom Körper löst und man über der Welt fliegt, die man verlassen hat. Ich dachte, die Zuschauer verstehen das. ...

Montag, 27. September 2010

Heinz Erhardt

Die Nase
Ob Nase spitz, ob Nase platt
   die Nas' zwei Nasenflügel hat.
   Doch hält sie nicht sehr viel vom Fliegen
   nee - das Laufen scheint ihr mehr zu liegen.
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Die Zähne
Die alten Zähne wurden schlecht
   und man begann sie auszureissen..
   Die Neuen kamen grade recht-
   um mit ihnen ins Gras zu beissen!

Donnerstag, 23. September 2010

..die supergesunden Produkte aus dem Bio-Supermarkt


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Mittwoch, 22. September 2010


Das Milchwunder vom 21. September 1995 “Milchtrinkende Götterstatuen”

Vor genau 15 Jahren, am 21. September 1995 spielten sich im Tempel eines Vorortes der indischen Hauptstadt Delhi ungewöhnliche Dinge ab, die sich in dieser Form bis heute nicht mehr wiederholt haben.
Seit Jahrtausenden finden in allen indischen Tempeln die gleichen Zeremonien statt: Man bringt auf dem Altar vor den Götterstatuen geweihte Speisen dar, einige Süßigkeiten und einen Becher Milch.
Am besagten Tag jedoch konnten die Anwesenden ihren Augen nicht mehr trauen, als sich die Milch plötzlich aus dem Löffel in nichts auflöste.
Dieses Phänomen ereignete sich dann etwa 3 Tage lang in ganz Indien und sogar in einigen anderen Ländern.
Millionen von Menschen und internationale Massenmedien konnten diese spektakulären Ereignisse mit eigenen Augen verfolgen und mussten dabei feststellen, dass sämtliche Tricks oder natürliche Erklärungen ausgeschlossen werden konnten.
Weltweit wurde in Fernsehen, Radio und Zeitungen über das Phänomen berichtet, dennoch ist es kurz danach und bis heute schnell in Vergessenheit geraten.
Bemerkenswert an der Sache ist auch, dass davor und danach nie wieder dieses sog. Milchwunder jemals aufgetreten ist.
Aus aktuellem Anlass haben wir hier einige Linkseiten mit ausführlicheren Informationen über das Thema Milchwunder zusammengestellt:
Allgemeiner Bericht über milchtrinkende Statuen
Auszug von Armin Risi über das Thema Milchwunder
6-minütiges Video mit einem Zusammenschni