DIE RABENSCHWARZE SEITE

Sonntag, 30. August 2009

Lehrer unter Bewachung

The New Yorker, 31. August – Steven
Brill schildert in einem irrwitzigen
Report, wie sich die Stadt New York
und die Gewerkschaft der Lehrer
einen mit allen Bandagen ausgefochtenen
Machtkampf über die
Frage liefern, was mit unfähigen
Lehrern geschehen soll. Vor allem
mit denen, die die Stadt in einem
„Reassignment Center“ quasi als
Geisel festhält: „Die Lehrer sitzen
durchschnittlich seit drei Jahren im
Rubber Room und tun jeden Tag
dasselbe, was meistens nichts ist.
Unter der Aufsicht zweier privater
Sicherheitsleute und zweier Supervisor
aus dem Department of Education
bedienen sie zur gleichen
Zeit die Stechuhr, zu der sie in der
Schule sein müssten – von acht Uhr
fünfzehn bis halb vier. Wie alle Lehrer
haben sie im Sommer frei. Der
Vertrag der Stadt mit der Lehrergewerkschaft
erfordert, dass die Vorwürfe
gegen sie von einem Obmann
gehört werden müssen, und bis die
Vorwürfe geklärt sind (was ewig
dauern kann), beziehen sie weiterhin
ihre Gehälter und sammeln
Pensionsansprüche. ,Man weiß nie,
wie irrational ein System ist, bis
man in ihm gelebt hat‘, sagt Joel
Klein, der Schulkanzler der Stadt.“