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Samstag, 20. Juni 2009

Hirnforscher führt Finanzkrise auf angeborene Gier nach Geld zurück

Ein Hirnforscher erklärt die Finanzkrise auch damit, dass die Gier nach Geld angeboren sei. Verortet wird die Gier nach immer mehr Geld durch riskantes Zocken erwartungsgemäß in einem Gehirnareal. Bei den Börsenzockern spielt nach Christian Elger, Direktor der Klinik für Epileptologie an der Universität Bonn und Mitglied des Frankfurter Zukunftrates, das Belohnungszentrum eine große Rolle, dessen Aktivierung dazu führe, ein "ungeahntes Wohlbefinden" zu verspüren. Am Wochenende hat der Zukunftsrat für Neuroökonomie, dem Elger angehört, in einer Mitteilung erklärt, dass der "Auslöser der Finanzkrise unökonomisches Handeln" sei und dass "Menschen mit genbedingter Finanzgier" nicht führen sollten.



Gefragt, ob solche Personen, die von ihrem Belohnungszentrum in der Gier nach mehr Geld gejagt werden, von Führungspositionen ausgeschlossen werden müsste, meinte der Hirnforscher, dass es sich ja auch um "Visionäre, die Entwicklungen vorantreiben", handle. Man dürfe sie nicht ausschließen, sondern es müsse "eine gesunde Mischung aus Leuten geben, die Buchhaltertypen sind, und den Visionären".

Er geht davon aus, dass in den nächsten Jahren zunehmend mit Gentests Schlüsse für die Beurteilung von Führungskräften bei der Einstellung gezogen würden, um "keine kritische Häufung" von dem einen oder anderen Typ zu erhalten. (fr/Telepolis)