DIE RABENSCHWARZE SEITE

Dienstag, 30. Juni 2009

Auswirkungen der Wirtschaftskrise?

Auswirkungen der Wirtschaftskrise?
«Alles reine Psychologie», konstatiert Hemon. «Die Milliardäre glauben ja schon, dass die Armut sie am Kragen hat, wenn sie am Grunde ihres Champagnerkelchs keinen Diamanten mehr finden, wie es in gewissen Bars in New York üblich war: ein Glas Champagner nicht unter zehntausend Dollar! Im Moment müssen sie ihren Champagner ohne Diamanten trinken, klar, dass sie sich da bedroht fühlen.»

Samstag, 27. Juni 2009

Michael Jackson: Der Verlust ist kaum zu beziffern.

Was er wohl damit ausdrücken will: Der Verlust ist kaum zu beziffern. ?

Dem armen Manager entgeht nun wohl ein weiteres großes Geschäft:
Trauert um einen Freund: Konzertveranstalter Marcel Avram

27. Juni 2009
Herr Avram, Sie haben für Michael Jackson fünf Welttourneen produziert und sich immer als seinen Freund bezeichnet. Wie haben Sie seinen Tod erlebt?

Sein Tod hat mich unglaublich hart getroffen. Der Mann war der größte Musikkünstler unserer Zeit. Von seinen 50 Lebensjahren war er 45 Jahre im Musikgeschäft; er hat die meisten Alben weltweit verkauft, konnte tanzen wie kaum ein anderer und hat die besten und teuersten Musikvideos auf der Welt gemacht. Er war einfach in jedem Feld die Nummer eins. Der Mann war ein Genie, eine Ikone unserer Zeit. Der Verlust ist kaum zu beziffern.

Freitag, 26. Juni 2009

Punkrocker Iggy Pop


Von Michael Loesl 18. Juni 2009, 11:53 Uhr

Wenn man das alles mit ein bisschen Humor liest und einige Abstriche macht, dann findet man einen bewussten, fortschrittlichen Menschen, der die bürgerliche Maske in radikaler Weise abgelegt hat:

Bild 1 von 8
Foto: SCANPIX_DENMARK

Der amerikanische Rocksänger Iggy Pop ist bekannt als der "Godfather of Punk".

..

WELT ONLINE: Müsste ihr Album nicht mit einem Warnhinweis beklebt werden?

Pop: Solange er dazu auffordert, den Schwachsinn beiseite zu schieben, den wir tagein tagaus tun, um uns als Teil der Zivilisation fühlen zu dürfen, ganz sicher. Ich empfehle, sich dem Kern der eigenen Seele zu nähern. Wenn man dort angekommen ist, sollte man mein neues Album hören. Dann wirkt es wie eine Seelenspiegelung. Zugegeben, davor müssen die meisten modernen Individuen gewarnt werden.

...

WELT ONLINE: Das sagt ausgerechnet ein Extremist wie Sie?

Pop: Ich bin nicht extremistischer als jeder andere Mensch. Ich lebe meine Extreme nur bewusst aus, was mich weitaus weniger gefährlich macht als die meisten anderen. Warum greift der Spießbürger zur Waffe und warum sind die größten Kunden von Dominas Politiker? Ich konnte nie verstehen, wie ...

......

Pop: Ich erinnere mich an drei oder vier Situationen, in denen es fast soweit gewesen wäre. Bescheuert war das, aber vielleicht auch kathartisch und wichtig für mein heutiges Bewusstsein.

WELT ONLINE: Wie sieht das aus?

Pop: Wahrheit von Lüge unterscheiden zu können. Und zwar blitzschnell. Sie reden mit einem Amerikaner, der genauso wie seine Landsleute, von den Lügen der amerikanischen Massenmedien erzogen worden ist. ...

..

WELT ONLINE: Sind Sie verbittert?

Pop: Im Gegenteil! Ich erfreue mich bester mentaler Gesundheit. Nur weil es um Dreiviertel der Menschheit in dieser Hinsicht eher schlecht steht, bin ich noch lange kein Misanthrop. Ich bin sogar ein ausgesprochener Menschenfreund. Aber wenn ich betrachte, wie viele Leute sich von der Angst vor der Rezession lähmen lassen, werde ich zu dem Gedanken verleitet, es mit Mutationen zu tun zu haben, die scheinbar zu blöd sind, Propaganda von Realität zu unterscheiden.

WELT ONLINE: Es gibt also gar keine Rezession?

Pop: Es gibt Raffgierige, die den Rand nicht voll genug bekommen und eine Rezession propagieren, damit sie Massenentlassungen legitimieren können. Warum sich alle davor ducken ist mir ein Rätsel.

WELT ONLINE: Machen solche Gedanken nicht auch einsam?

Pop: Was meinen Sie wohl warum ich so großen Gefallen an Houellebecqs Buch gefunden habe? Ich habe den Traum längst aufgegeben, dazu gehören zu wollen. Die Schärfe meines Verstands nimmt analog immer mehr zu. Und wer braucht schon eine Stimme, die früher als radikal galt? In einer Zeit, in der das soziale Nivellieren schlimmer als die Schweinepest wütet? Ich bin nicht leiser oder opportunistisch geworden. Aber gegen den Unterhaltungsgeräuschpegel der modernen Zivilisation will ich eben aus Gründen der der geistigen Gesundheit nicht antreten.


Voller Artikel zu finden unter "Welt-online"

Mittwoch, 24. Juni 2009

Die Bundeslade ist noch da!

Mit einem außergewöhnlichen
Schritt hat Abune
Paulos, Patriarch der
äthiopischen Kirche, am
Freitag nach einer Audienz bei Papst
Benedikt XVI. in die seit Jahrzehnten
unter Archäologen schwelende Debatte
eingegriffen, ob es die legendäre
Bundeslade des alten Israel gibt. „Ja,
sie befindet sich bei uns“, sagte der
Kirchenfürst, „ich habe sie selbst gesehen.“
Die Zeit sei reif, die Welt an
der Wahrheit teilhaben zu lassen.
Guido Horst, Chefredakteur des „Vatican“-
Magazins war vor Monaten
selbst in Äthiopien, um dort den
Wächter der Bundeslade zu treffen.

Es droht keine zweite Machtergreifung...

Und lassen Sie sich auch von den Berichten
über die Umtriebe der NPD nicht täuschen.
Es droht keine zweite Machtergreifung,
die NPD ist ein öffentlicher Störfaktor,
aber politisch ist sie vollkommen irrelevant.
Niemand will mit ihr etwas zu tun haben.
Die Partei hat Mühe, eine Bank zu finden,
bei der sie ein Konto eröffnen könnte: Zu sagen,
die Nationaldemokraten seien politische
Außenseiter, wäre schon eine Schmeichelei,
sie sind Aliens auf einer Umlaufbahn,
auf der sie ganz allein ihre Runden
drehen, wobei sie gelegentlich abstürzen
und verglühen. Wie kommt es, werden Sie
nun fragen, dass so viel über die NPD geredet
und geschrieben wird? Ich will Ihnen
diese Frage gerne beantworten.
Sich gegen die NPD zu positionieren ist
der einfachste Weg, sich als Demokrat zu
präsentieren. Es ist eine Form des nachgeholten
Widerstands gegen die NSDAP. Weil
man damals versagt hat, will man heute
nicht versagen. Unter dem Motto „Wehret
den Anfängen“ treten Demokraten gegen einen
Feind an, den sie erst mit der Lupe suchen
müssen. Mehr will ich dazu nicht sagen...(Henryk M. Broder)

Samstag, 20. Juni 2009

Hirnforscher führt Finanzkrise auf angeborene Gier nach Geld zurück

Ein Hirnforscher erklärt die Finanzkrise auch damit, dass die Gier nach Geld angeboren sei. Verortet wird die Gier nach immer mehr Geld durch riskantes Zocken erwartungsgemäß in einem Gehirnareal. Bei den Börsenzockern spielt nach Christian Elger, Direktor der Klinik für Epileptologie an der Universität Bonn und Mitglied des Frankfurter Zukunftrates, das Belohnungszentrum eine große Rolle, dessen Aktivierung dazu führe, ein "ungeahntes Wohlbefinden" zu verspüren. Am Wochenende hat der Zukunftsrat für Neuroökonomie, dem Elger angehört, in einer Mitteilung erklärt, dass der "Auslöser der Finanzkrise unökonomisches Handeln" sei und dass "Menschen mit genbedingter Finanzgier" nicht führen sollten.



Gefragt, ob solche Personen, die von ihrem Belohnungszentrum in der Gier nach mehr Geld gejagt werden, von Führungspositionen ausgeschlossen werden müsste, meinte der Hirnforscher, dass es sich ja auch um "Visionäre, die Entwicklungen vorantreiben", handle. Man dürfe sie nicht ausschließen, sondern es müsse "eine gesunde Mischung aus Leuten geben, die Buchhaltertypen sind, und den Visionären".

Er geht davon aus, dass in den nächsten Jahren zunehmend mit Gentests Schlüsse für die Beurteilung von Führungskräften bei der Einstellung gezogen würden, um "keine kritische Häufung" von dem einen oder anderen Typ zu erhalten. (fr/Telepolis)

Dienstag, 16. Juni 2009

Steuer nach Körpergröße

„Ein großer Mensch mit einem bestimmten Einkommen sollte höhere Steuern bezahlen als ein kleinerer Mensch mit demselben Einkommen“, fordern sie. Und sie bieten auch eine Größenordnung an: eine große Person mit einem Jahreseinkommen von 50 000 Dollar müsse gemäß der Theorie der optimalen Besteuerung rund 4500 Dollar mehr an Einkommensteuer bezahlen als eine kleinere Person.

Montag, 15. Juni 2009

Schock!

Peterson (ehem. US-Finanzminister)
schreibt in dem Buch über den
Schock, den er erlebte, als er sich
mit Bill Clinton zusammensetzte.
Der stimmte ihm zu, dass die sozialen
Sicherheitsnetze (das öffentliche
Rentensystem) bankrott seien.
Dann stand er auf und versicherte
auf einer Kundgebung den Wählern,
alles stehe zum besten.“

Donnerstag, 11. Juni 2009

Der „beste Liebhaber Wiens....

"An einem Morgen im Frühherbst des Jahres 1909 begaben sich zwei Duellanten in Begleitung ihrer Sekundanten zum Austragungsort ihres Ehrenkampfes, wie es der code duello vorschrieb. Keiner der beiden war ein sonderlich guter Fechter. Nach einigem Herumgefuchtel mit ihren Säbeln traf jedoch schließlich der Säbel des einen Duellanten den anderen an der Schulter und fügte ihm einen Schnitt zu. Kaum hatte das Blut zu fließen begonnen, schritten die Sekundanten auch schon ein und erklärten das Gefecht für beendet.

Schlugen sich die beiden Rivalen um die Hand einer Frau? Waren es Offiziere, die einen Ehrenkampf austrugen? Nein. Der eine war Professor, der andere Bibliothekar. Und sie schlugen sich um die Frage, ob Studenten leichteren Zugang zu Büchern erhalten sollten oder nicht. Der Professor, der das Duell für sich entschied, war Schumpeter selbst."

Das ist nur eine der zahlreichen Anekdoten, die in der Schumpeter-Biographie von Thomas K. McCraw, die im Oktober 2008 auch auf deutsch erschienen ist, nachzulesen sind. ..

Der „beste Liebhaber Wiens, der beste Reiter Österreichs und der größte Ökonom der Welt" wollte er bekanntlich werden, aber leider, leider konnte er nach eigener Einschätzung nur zwei dieser drei Ziele verwirklichen, weil: „leider habe ich nur einen schlechten Sattel geerbt". ...

...Und auch, dass er sich einen Spaß daraus machte, sich mit Prostituierten im Fiaker die Wiener Kärntnerstrasse rauf und runter fahren zu lassen, um sich mit dem sittenstrengen Wiener Flanier-Bürgertum seine frivolen Späße zu erlauben, ...

„Ein Mann ohne Esel ist ...“

Auf Lamu herrscht der Islam und ein Missionar, der hier in seinem Urlaub Blumen fotografiert, sagt: „Ich muss es der Gegenseite zugestehen, hier kommt nichts weg, und es herrscht Frieden.“ Frieden gibt es auch zwischen Mensch und Tier: Überall auf der Corniche stehen, liegen, laufen und grasen Esel. Mehr als dreitausend von ihnen soll es auf der Insel geben. Der Swahili sagt: „Ein Mann ohne Esel ist selber ein Esel.“

Eine Jeans für 9,57 Euro

3. Juni. Eine Jeans für 9,57 Euro – bei einem solchen Preis dürften die meisten Kunden in einem besseren Geschäft die Qualität des Produkts skeptisch beäugen. Doch genauso hoch war der durchschnittliche Einfuhrwert aller nach Deutschland eingeführten Jeanshosen im Jahr 2008. Der deutsche Markt wird dominiert von Billigjeans aus Asien: Mehr als die Hälfte, nämlich 54,5 Prozent aller 2008 nach Deutschland eingeführten Jeans, wurden in China oder Bangladesch hergestellt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Wichtige weitere Lieferländer sind die Türkei, Pakistan und Tunesien. Eine Hose aus China kostete im Durchschnitt nur 6,93 Euro, der Einfuhrwert für Jeans aus Bangladesh lag sogar nur bei 4,72 Euro. Die teuersten Jeanshosen kommen aus Italien: Der Einfuhrwert für eine Jeans aus dem EU-Land betrug 24,29 Euro. Wie teuer welche Jeans dann im Laden ist, kann das Statistische Bundesamt aber nicht nachvollziehen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 141,5 Millionen Jeans für 1,4 Milliarden Euro importiert – im Jahr 2007 waren es 124 Millionen. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.06.2009 Seite 9

Sonntag, 7. Juni 2009

Schwein gehabt...

Le Nouvel Observateur, 28. Mai – Unter
der hübschen Überschrift
„Schuld ist immer das Schwein“
stellt der französische Historiker
Michel Pastoureau seine Kulturgeschichte
des Schweins vor: „Le Cochon.
Histoire d’un cousin mal aime“
(Gallimard). Die besondere
Mischung aus Anziehung und Ablehnung
des Menschen gegenüber
dem Schwein erklärt er so: „Es liegt
an seiner zu großen biologischen
Verwandtschaft zum Menschen.
Nicht nur in seiner Morphologie
ähnelt das Schwein dem Menschen
sehr. Deshalb gewinnt man allerlei
medizinische Produkte aus ihm
(viel mehr als aus Affen) ... Bereits
die antiken Mediziner und später
das arabische Mittelalter wussten
es, was die heutige Medizin voll und
ganz bestätigt: Sein Inneres ist uns
völlig gleich! Insofern lassen sich
auch Organe des Schweins in Menschen
transplantieren. In Zeiten der
Chirurgie kann eine Sau sogar ein
menschliches Embryo tragen.“

Donnerstag, 4. Juni 2009

Glosse Feuilleton

Von Jürgen Kaube

03. Juni 2009


In einem der herrlichsten Interviews, das je geführt wurde, erzählte vor ein paar Jahren Sylvester Stallone der „Süddeutschen Zeitung“, wie sich einmal sein 1,7 Millionen teurer Anselm Kiefer, ein Bild, auf dem Stroh befestigt ist, auflöste: „Zu Hause denke ich: Scheiße, was liegt da unterm Bild? Stroh. Jeden Tag ein neuer Halm. Ich rufe den Händler an und sage: ,Der Kiefer haart.‘ Sagt der Händler: ,Mister Stallone, das muss so sein, das Bild macht eine Entwicklung durch, das Bild lebt.‘“

Da nahm Stallone die Tube und klebte die Halme selbst dran, jeden Tag wieder, hat inzwischen aber das Bild schon wieder verkauft, weil seine Frau fand, die Kinder könnten davon depressiv werden. Und beim Verkauf hat offenbar niemand gemerkt, dass das Bild unaufwendig restauriert worden war.