DIE RABENSCHWARZE SEITE

Mittwoch, 29. April 2009

„Wenn ich nicht sterben müsste, wäre ich mit meinem Leben ziemlich zufrieden“ - Claude Lanzmann

„Bossnapping“

Ins Büro nur noch mit Schlafsack und Waschzeug
Viele französische Unternehmer müssen derzeit fürchten, von ihren Mitarbeitern als Geisel genommen zu werden. Die setzen mit dem „Bossnapping“ ihre Forderungen durch.

PARIS, 21. April

Marcus Kerriou durfte noch kurz seine Ehefrau anrufen und ihr sagen, dass er leider nicht zur Nacht nach Hause kommen werde. Dann nahmen seine Mitarbeiter den 52 Jahre alten Manager des Autozulieferers Molex im beschaulichen Villemur-sur-Tarn im französischen Südwesten in ihre Gewalt.

Es ist Georgstag, der 23. April....

Auf den ersten Blick sieht alles
ganz normal aus, zumindest
so normal wie an einem
christlichen Wallfahrtsort am
Tag des Ortsheiligen. Lange Schlangen
inbrünstiger Pilger, eine kleine
Kirche; der lange, steile Weg zur
Kapelle gesäumt von findigen
Händlern, die Kerzen, Jesuskettchen
und Erfrischungen verkaufen.
Nur, die meisten der Pilger sind
Muslime.

Sie sind gekommen, den
heiligen Georg in der christlichen,
griechisch-orthodoxen St.-Georgs-
Kirche um Hilfe zu bitten. Es ist Georgstag,
der 23. April, und der Glaube
an die Wunderkraft der Ikonen
hat sich seit byzantinischer Zeit nur
insofern geändert, als es heute
(auch) Muslime sind, die kommen
und um Erhörung beten und bitten.
Istanbul mit seinen 13 Millionen
Einwohnern ist über das Marmarameer
nur 20 Kilometer entfernt

Montag, 27. April 2009

Das industrielle Huhn

Kein Lebewesen wurde je so konsequent
industrialisiert wie das
Huhn. Typ „Ross 308“, einer der
meistverkauften, wird mit einer 100
Seiten langen Bedienungsanleitung
ausgeliefert. Weltweit gibt es nur
noch eine Handvoll Varianten, zwei
Zuchtkonzerne decken drei Viertel
des Weltmarktes ab.

Samstag, 25. April 2009

Die 7 Wunder der DDR

Alle kennen die 7 Weltwunder, aber die 7 Wunder der DDR sind weniger bekannt:

Wunder 1: In der DDR gab es keine Arbeitslosigkeit!
Wunder 2: Obwohl keiner arbeitslos war, hat nur die Hälfte gearbeitet.
Wunder 3: Obwohl nur die Hälfte gearbeitet hat, wurde das Plan-Soll immer erfüllt.
Wunder 4: Obwohl das Plan-Soll immer erfüllt wurde, gab es nichts zu kaufen.
Wunder 5: Obwohl es nichts zu kaufen gab, waren alle glücklich und zufrieden.
Wunder 6: Obwohl alle zufrieden waren, gab es regelmäßig Demonstrationen.
Wunder 7: Obwohl regelmäßig demonstriert wurde, wurde immmer mit 99,9% die alte Regierung wiedergewählt.

Samstag, 18. April 2009

"Papiergeld ist Konfetti"

Diese Ausgabe ist ganz dem Gold gewidmet. "Papiergeld ist Konfetti" , ruft der Schweizer Börsenguru Marc Faber alias "Dr. Doom" im Interview und rät zum Goldkauf: "Im Jahr 2000 war ich in St. Moritz. Bei einem Nachtessen sprachen alle vom Aktienhandel. Eine Frau erzählte, wie sie Nasdaq-Aktien kaufte und verkaufte. Dann fragten sie mich, was ich kaufen würde. Ich sagte: Der Nasdaq wird bald kollabieren, ich würde jetzt Gold kaufen. Sie schüttelten den Kopf und riefen: Aber der Goldpreis geht ja immer nur runter! Stimmt, während alles andere immer nur stieg, ging Gold zwanzig Jahre lang runter. Darum war es ja so unglaublich billig! Aber die Leute sind so blöd. Beim typischen Kleinanleger ist der Kaufenthusiasmus am größten, wenn der Preis hoch ist."

Freitag, 17. April 2009

Reich-Ranicki

Hat der Computer den Stil der Journalisten verschlechtert?

Reich-Ranicki:Nein, der Computer hat den Stil ganz entschieden verbessert. Und das kann ich Ihnen genau erklären. Man schreibt einen Satz, stellt fest, dass eine Kleinigkeit noch besser sein könnte, und sofort kann man es verbessern. Also tut man es. Früher, mit der Schreibmaschine, tat man es nicht.


Das Gegenargument kennen Sie: Früher hat man länger nachgedacht, bevor man losgetippt hat.

Reich-Ranicki: Das hat Günter Grass mir immer versucht einzureden, er behauptete, der Computer verderbe den Stil. Unsinn.


Die Guten denken nach und ändern. Die Schlechten nicht.

Reich-Ranicki: Wir sind uns einig.


Lesen Sie Texte online?

Reich-Ranicki: Ich weiß nicht, was das ist.


Wissen Sie, was ein Blog ist?

Reich-Ranicki: Nein.


So eine Art digitaler Leserbrief...

Reich-Ranicki: ... das will ich nicht lesen.


Googeln Sie?

Reich-Ranicki: Ich lasse googeln.


Google hat schon 15 Millionen Bücher gescannt, 1,5 Millionen davon sind für mobile Lesegeräte zugänglich. Ist das gut oder schlecht für die Literatur?

Reich-Ranicki: Weder noch.


Wird das Internet den Bücherschrank ersetzen?

Reich-Ranicki: Es wird beides geben. Ich habe nichts gegen solche Geräte. Hauptsache die Texte sind gut.

Donnerstag, 16. April 2009

Tja: “Wer zu spät geht, den bestraft das Leben!”

Trotz der monatelang schwelenden Datenaffäre hat Bahnchef Hartmut Mehdorn offenbar bis zuletzt nicht mit seinem Abgang von der Konzernspitze gerechnet.

„Das kam ja alles auch überraschend, das hätte ich ja nie gedacht, dass so was so möglich ist. Ich bin ja noch ganz perplex“, sagte er.


Verwundert zeigte er sich auch über die Gewerkschaften, die mit ihrem Vertrauensentzug bei der Aufsichtsratssitzung Ende März den Rückzug erzwangen: „Ich hab das bis heute nicht verstanden. Ich hab nie ein Problem mit Gewerkschaften gehabt...

Hungerstreik

BOLIVIEN

Präsident Evo Morales tritt in den Hungerstreik
Im Streit um vorgezogene Neuwahlen ist der bolivianische Präsident Evo Morales in La Paz in einen Hungerstreik getreten. Er will den Nationalkongress
zwingen, den Weg freizumachen für Neuwahlen am 6. Dezember, die ihm eine weitere Amtszeit ermöglichen sollen. Der Initiative des Präsidenten haben sich Gewerkschafts-und Bauernführer angeschlossen.


Die Abgeordneten der Opposition hatten am Donnerstagabend die Versammlung verlassen, um eine abschließende Abstimmung über das entsprechende Wahlgesetz zu verhindern. Sie kritisierten, Morales
wolle das Parlament erpressen, um seine persönliche Macht auf unbegrenzte Zeit zu verlängern. dpa

Wiedervereinigung - kommt - kommt nie...

Noch im Herbst 1988 erregte Martin Walser mit seiner „Geschichtsgefühl“These, dass die deutsche Teilung nicht von Dauer sein könne, Anstoß. Im Juni 1989 brachte Gerhard Schröder die Stimmung im Westen auf den Punkt: Man solle „eine neue Generation in Deutschland nicht über die Chancen einer Wiedervereinigung belügen. Es gibt sie nicht.“

Samstag, 11. April 2009

„Wer Frieden will, muss den Krieg vorbereiten“ -

Israels neuer Außenminister Lieberman skizziert seine Politik!

Montag, 6. April 2009

Moderne Kommunikation

L’Espresso, 19. März – Europa haben
sie bereits erobert, jetzt kommen
Afrika und vor allem die USA dran:
Für die kalabrische Mafia, die
’Ndrangheta, sind Krisenzeiten gute
Zeiten, schreibt Antonio Nicaso.
Jetzt können sie expandieren. Er erzählt
von einem Broker der ’Ndrine,
der in New York mit drei mexikanischen
Drogenhändlern in einem
Restaurant saß. „Sie bestellten erstmal
Fisch und fingen dann an, mit
ihren Blackberrys Textnachrichten
per ptt – push to talk – auszutauschen.
Eines der wenigen Systeme,
das man ebenso wie Skype nicht abhören
kann. Sie blieben praktisch
das ganze Essen lang stumm, von
der Languste bis zum Krabbencocktail,
und schickten sich Textnachrichten,
um ihre Geschäfte abzuwickeln.
High Tech und Blutsbande
– die Kraft der ’Ndrangheta
liegt genau darin: sich an jede Situation
anzupassen, ohne ihre Wurzeln
zu verraten.“

Israels Kabinett braucht einen größeren Tisch

Von Michael Borgstede 31. März 2009, 03:12 Uhr

Das Land hat jetzt mehr Minister als die stärkste Fraktion Abgeordnete in der Knesset

Es war eine der wenigen Errungenschaften seiner verkorksten ersten Amtszeit, auf die Benjamin Netanjahu zu Recht stolz sein konnte: Mit 18 Ministern und sechs stellvertretenden Ministern stellte er 1996 ein für israelische Verhältnisse ungewöhnlich schlankes Kabinett vor. Doch bei der Postenvergabe übergangene Parteifreunde kochten vor Wut und machten ihm das Regieren zur Hölle. Jetzt, zwölf Jahre später, wird Netanjahus zweites Kabinett mit 30 Ministern und sieben Stellvertretern das größte in der Geschichte des Landes sein. Es gibt nun mehr Minister, als die stärkste Partei Mandate hat. Umgerechnet auf die 612 Abgeordneten des Deutschen Bundestags, müssten sich 163 Minister um den Kabinettstisch scharen. In der Knesset sitzen 120 Parlamentarier.

Um auf genügend Geschäftsbereiche zu kommen, wurden zunächst einmal Ressorts munter geteilt. Gab es früher ein Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport, so wird die Wissenschaft nun von einem eigenen Minister umsorgt. Im Gespräch war auch die Teilung des Bildungsministeriums in ein Kindergarten-, ein Grundschul- und ein Oberschulministerium. Und ob das Land neben dem Verteidigungsminister wirklich einen Minister für Strategische Angelegenheiten braucht?

Schließlich wird es noch sieben Minister ganz ohne Geschäftsbereich geben, die ganz offiziell keine Aufgabe haben - aber nicht ganz billig sind. Denn ein "Minister ohne Geschäftsbereich" kostet den Steuerzahler rund zwei Millionen Schekel (360 000 Euro) jährlich, ein stellvertretender Minister schlägt immerhin noch mit eineinhalb Millionen (270 000 Euro) zu Buche.

Außerdem will natürlich jeder Ressortchef ein paar Millionen für sein Ministerium aus dem Haushalt herausschlagen. Und da die Arbeit im nicht vorhandenen Geschäftsbereich ja irgendwie bewältigt werden muss, darf jeder Minister zwölf Vollzeitstellen besetzen.

Strom aus dem Wasserhahn

.....Doch auch der Kapitalismus konnte Russland nicht ganz erobern. Draußen auf dem Land, zwei Kilometer von der nächsten Eisenbahnlinie entfernt, im dunklen Reich der russischen Anarchie, zahlt man nach wie vor nichts für Strom. Entweder laufen dort die Stromzähler in die falsche Richtung, oder die Stromzählerableser werden korrumpiert.

Ein Beispiel für diesen Erfindungsreichtum ist das nordkaukasische Dorf meiner Schwiegermutter, in der Nähe von Mineralnie Vodi gelegen. Die Bewohner dieses Dorfes beziehen ihren Strom direkt von der Eisenbahn: Sie haben die Eisenbahnstromleitung angezapft und mit einem dicken Transformator den Starkstrom in einen für zivile Zwecke tauglichen Strom umgewandelt. Die Eisenbahn weiß natürlich Bescheid, will aber aus Prinzip nichts unternehmen. Immerhin fahren die Züge ständig an dem Dorf vorbei, und alle Schwellen und Gleise sind noch da. Auch die Eisenbahn fährt nicht immer gerade.

Die Dorfbewohner halten ihre Stromfreiheit für selbstverständlich, sie beziehen ihren Strom noch sozialistisch – alle haben elektrische Heizkessel, elektrische Wasserpumpen, Orangerien, Schnapsbrennereien und Saunen. Sie heizen im Winter wie blöd, pumpen ein besonders weiches Wasser aus der Tiefe der Erde in die Wasserleitung, züchten Salzgurken das ganze Jahr über und überwintern gut mit eigenem Schnaps in der Sauna, die nach kaukasischer Sitte drei Tage vorgeheizt werden muss.

Am letzten Silvester haben sie ihre Straßen mit einer solch gigantischen Illumination aus selbst gebastelten Girlanden geschmückt, dass mehrere Flugzeuge sie für die Landebahn des Flughafens Mineralnie Wodi hielten und versuchten, auf der Steppenpiste zu landen, was für zusätzliche Nebeneffekte und ein kleines Feuerwerk sorgte. So nützlich kann die Eisenbahn sein.

In den amtlichen Büchern wird das Dorf als „selbstelektrifiziert“ geführt. Für mich ist dieses sich selbst elektrifizierende Dorf ein Musterbeispiel an Kreativität – und der sich von allem Spuk befreienden russischen Anarchie. Ich glaube nur, dass sie dabei irgendwo gepfuscht haben, vielleicht haben sie irgendein Kabel nicht ganz richtig angeschlossen. Jedes Mal, wenn ich dort Hände waschen ging und gerade ein Zug in der Ferne vorbeifuhr, bekam ich vom Wasserstrahl einen mächtigen Stromstoß. Ich weiß auch von anderen Dorfbewohnern, dass sie ab und zu an unterschiedlichen Orten und völlig unerwartet Stromschläge bekommen. Bei einem Nachbarn brannte durch einen Stromstoß gar das Hemd bis auf den Kragen durch, als er einmal die Türklinke seines Hauses in einem ungünstigen Moment anfasste. Und bei fast allen qualmen die Fernseher, wenn ein ICE das Dorf passiert. Die öffentliche Meinung der Dorfbewohner geht dahin zu sagen: Die vereinzelten Stromschläge sind gut für den Kreislauf und halten das Immunsystem auf Trab. ...

Wladimir Kaminer in "Cicero"

Quelle: http://www.cicero.de/

"....Am Wochenende war es wieder so weit: Gewerkschaften, Linksradikale und Globalisierungskritiker feierten in ganz Europa die Krise der anderen...."

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Samstag, 4. April 2009

Die bösen Vegetarier:

Leser-Kommentare des Tages:

Von der SED direkt zur Bundesregierung

Da es höheren SED-Rängen strikt untersagt blieb, für die DDR-Geheimpolizei zu arbeiten, kamen auch vormals höchste SED-Funktionsträger (-nach der Wiedervereinigung recht gut-)
davon. Manche machten im wiedervereinigten Deutschland
eine feine Karriere, so der oberste Buchzensor Klaus Höpcke, der
Fraktionsführer im Thüringer Landtag wurde, oder Edgar Most,
bis zum Herbst 1989 Vizepräsident der DDR-Staatsbank, hernach in
der Chefetage der Deutschen Bank, heute berät er die Bundesregierung.

Freitag, 3. April 2009

Vom Bär zum Wal

Von Charles Darwin gibt es auch...Geschichte. Sie steht in der ersten Auflage von „Über die Entstehung der Arten“, und zwar nur in der ersten Auflage. Und sie geht so: In Nordamerika habe ein Forscher Braunbären stundenlang mit offenem Maul schwimmen sehen, wie ein Wal Insekten im Wasser fangend. Das sei ein extremer Fall, so Darwin, aber wenn es genug Wasserinsekten gegeben habe und keine ernsthaften Konkurrenten, dann könne es wohl sein, dass durch natürliche Selektion allmählich aus dem Bär so etwas Monströses wie ein Wal hervorgegangen sei.

Die Zeitgenossen schütteten sich aus vor Lachen, Darwin löschte die Stelle.

Anthroposophie-Zertifikat

Anthroposophie-Zertifikat war Aprilscherz


Liebe Leser,

leider sind wir gestern einem Aprilscherz aufgesessen. Der von uns in dem Beitrag Anthro-Zertifizierung abgebildete Zertifizierungsbutton ist eine Fälschung. Nachfragen bei einigen als verläßlich geltenden Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft brachten entgültige Klarheit.
Wir haben den Beitrag selbstverständlich sofort entfernt und bitten um Entschuldigung. Vielen Dank dem aufmerksamen Leser, dessen Hobby die Anthroposophie und Rudolf Steiner zu sein scheint.
Sollten Sie also irgendwann irgendwo diesem Stempel begegnen, ist es besser, sich mit eigenen Augen, Ohren oder sonstigen Sinnesorganen davon zu überzeugen, was hinter dem jeweiligen Zertifikat steckt. Dieses Vorgehen empfiehlt sich übrigens auch überall dort, wo kein Anthro-Bepper aufgepappt ist.