DIE RABENSCHWARZE SEITE

Freitag, 27. Februar 2009

„Götter ohne Manieren“

Schwabs Albtraum

Im einundzwanzigsten Jahrhundert ein Gott zu sein ist wahrlich nicht einfach. Man muss sein eigenes Geld verdienen, hat die ganze Familie an der Hacke, und die Gaben, mit denen man seit Jahrtausenden brilliert hat, sind auch nicht mehr viel wert. Aphrodite, einst unwiderstehliche Göttin der Liebe, jobbt für ein Erotik-Callcenter, Artemis, Göttin der Jagd, führt Hunde im Hyde Park aus, und Apoll, Sonnengott und Sonnyboy, moderiert eine geistlose Fernsehshow – und hat die ärgerliche Marotte entwickelt, Frauen, die seinen Annäherungsversuchen nicht gleich entgegenkommen, in Bäume zu verwandeln. Göttervater Zeus hütet derweil missmutig das Bett und hofft, dass die Moderne sich eines Tages von selbst erledigt. .....

(Marie Phillips: „Götter ohne Manieren“. Roman. Aus dem Englischen von Sabine Herting. C. Bertelsmann Verlag, München 2008. 317 S., geb., 17,95 €.) fvl