DIE RABENSCHWARZE SEITE

Sonntag, 8. Februar 2009

Busfahrer

WELT vom 31.1.
Solche Mitarbeiter in öffentlichen Verkehrsmitteln,
wie sie Frau Spranz in ihrem Beitrag
„Meine Woche: Anstand und Gesetz“ beschreibt,
erlebe auch ich immer wieder. Ich
lebe seit vielen Jahren in Berlin und schäme
mich besonders dann für meine Stadt, wenn
die Opfer dieser schlecht gelaunten Busfahrer
ahnungslose Touristen sind.


Ein Beispiel: Am Berliner Flughafen Tegel
stieg eine ältere Dame mit ihrem schweren
Koffer in den Omnibus ein. Vorbildlich war
sie dem Hinweisschild nachgekommen, den
Fahrschein vor Fahrtantritt am Automaten
zu lösen. Nun musste er nur noch entwertet
werden. Sie grüßte freundlich „Guten Tag!“
(dem Akzent nach eine Touristin aus Osteuropa)
und hielt das Ticket dem Fahrer hin.
Der starrte zunächst unbeteiligt geradeaus.
Als der nachfolgende Fahrgast den Fahrer
darauf hinwies, dass die Dame auf ihn warte,
meinte der ironisch, für das Entwerten sei
doch „seine Sekretärin da hinten“ zuständig.
Die Touristin zwängte sich mit ihrem Koffer
durch den Gang und spähte umher. „Wer ist
das, die Sekretärin?“, fragte sie hilflos die
anderen Fahrgäste. Ein Herr stand auf und
zeigte ihr, dass man den Fahrschein in den
Entwerter stecken muss.